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Tiroler FPÖ-Wahlkampf ohne Reime, aber mit Kickl, Rosenkranz

02. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Tiroler FPÖ wartet für die Landtagswahl am 25. September mit einem klassischen blauen Wahlkampf auf: Tour, Zelt- und Dorffestbesuche, das Bespielen der Social Media-Kanäle, zwei Plakatwellen sowie bundespolitische Schützenhilfe. Sowohl Bundesparteiobmann Herbert Kickl als auch Bundespräsidentschaftskandidat Walter Rosenkranz werden Landesparteiobmann Markus Abwerzger zur Seite stehen. Auf die FPÖ-üblichen Wahlkampf-"Reime" wolle man verzichten, hieß es gegenüber der APA.

Kickl und Rosenkranz werden besonders beim offiziellen Wahlkampfauftakt der Partei im Innsbrucker Congress am 10. September die Wahlkampftrommel rühren, erklärte Landesparteigeneralsekretär Patrick Haslwanter im APA-Gespräch. Jenem Ort übrigens, an dem am 13. September 1986 der legendäre Bundesparteitag mit der Machtübernahme Jörg Haiders stattgefunden hatte. Praktisch für die Freiheitlichen: Zur heißen Wahlkampfphase wird schließlich auch der Präsidentschaftswahlkampf schon gehörig angelaufen sein. Rosenkranz wird zudem ein weiteres Mal im "Heiligen Land" im Wahlkampfeinsatz sein. Mögliche weitere Auftritte der Bundes-Spitzen waren vorerst nicht fixiert, sie seien aber nicht gänzlich unmöglich, man halte sich das offen, so Wahlkampfleiter Haslwanter, der auf der Landesliste auf Platz zwei hinter Abwerzger kandidiert.

In Sachen Plakaten legt man zwei Wellen auf: Die erste wird Mitte August vom Stapel gelassen und sei "Themen-bezogen", erklärte der Landesparteigeneralsekretär. Haslwanter ließ keinen Zweifel daran, dass es sich dabei um die - über Tirol hinausgehenden - Themen Corona, Asyl, Sicherheit, Neutralität und Teuerung handelt. Kurz und prägnant wolle man dabei blaue Forderungen und Anliegen auf den Punkt bringen. So werde ein Slogan etwa "Nie wieder Lockdown" heißen, lüftete Haslwanter schon ein Wahlkampf-"Geheimnis". Im September folgt dann die zweite Welle, die spezifisch auf Spitzenkandidat Abwerzger zugeschnitten sein wird. Bundesparteiobmann Herbert Kickl werde nicht plakatiert sein. Die sei aber nicht ungewöhnlich, betonte Haslwanter, schließlich sei auch im Landtagswahlkampf 2018 der Bundesparteichef nicht affichiert worden.

"Reime", die in FPÖ-Bundeswahlkämpfen vor allem unter Generalsekretär Herbert Kickl stets eine prominente Rolle einnahmen, werde es nicht geben. "Ich bin kein Freund von Schüttelreimen", so der Parteimanager. 200 Dreieckständer würden aufgeboten, 148 mobile Tafeln sowie 100 fixe Plakatflächen- bzw. Wände. Insgesamt wird der Wahlkampf der Tiroler FPÖ 850.000 Euro kosten.

Parteichef Abwerzger wird ab Ende August auf große Tour durch Tirol gehen - und in allen Bezirken sowie größeren Gemeinden Kundgebungen abhalten. Parallel dazu laufe die bereits gestartete "Tirol bebt"-Tour des Spitzenkandidaten weiter, bei der dieser Volksfeste, Zeltfeste und dergleichen besucht. Insgesamt "100.000 Hände" wolle Abwerzger bis zum Wahltag geschüttelt haben. Auch der im Landtagswahlkampf 2018 zum Einsatz gekommene blaue "Würstelstand" werde wieder auf das Wahlvolk losgelassen.

Auch auf Social Media wollen die blauen Wahlkampfstrategen nicht verzichten. Facebook, YouTube, Snapchat, Instagram, TikTok - überall werde man präsent sein. Social Media diene vor allem dazu, "zielgruppenorientiert arbeiten zu können", meinte Landeparteigeneralsekretär Haslwanter. Und auch dazu, den "anderen Markus Abwerzger" zu zeigen. So würden Video gespielt, in denen der Landesparteichef bei berufsfremden Tätigkeiten wie etwa der Arbeit am Bauernhof zu sehen ist. "Der Markus ist für alles zu haben. Er ist sich für nix zu schade", analysierte Haslwanter seinen Chef.

Die oppositionelle Tiroler FPÖ kann derzeit auf passable Umfragewerte bauen. Parteiobmann Abwerzger will bei der Landtagswahl zulegen und Platz zwei erreichen. Im Jahr 2018 war man auf 15,53 Prozent bzw. fünf Mandate gekommen.

Quelle: Agenturen