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Tirol will reduziertem Impfangebot über Feiertage gegensteuern

21. Dez. 2021 · Lesedauer 3 min

Über die Weihnachtsfeiertage sind in manchen Tiroler Gemeinde keine Impftermine verfügbar. Nun will das Land zusätzliche Impfangebote schaffen.

In Tirol gibt es über die Feiertage ein reduziertes Impfangebot gegen Covid-19, nun will man gegensteuern. In einigen Bezirken - darunter Lienz, Reutte, Landeck und Kitzbühel - waren laut ORF Tirol keine Impftermine verfügbar, obwohl das Land derzeit dringend zur Impfung aufruft. Die Verantwortlichen feilen nun an einer raschen Lösung, um zusätzliche Impfmöglichkeiten auch über die Feiertage anbieten zu können, wurde gegenüber der APA versichert.

Freiwillige Personal brauche dringend Erholung

So werde etwa am 2. und 3. Jänner in Lienz ein Impfbus des Arbeiter-Samariterbundes direkt am Standort des Impfzentrums Station machen. Dort waren ursprünglich bis 7. Jänner keine Impftermine mehr angeboten worden. Lienz hat dem Impfdashboard des Gesundheitsministeriums zufolge mit einer Durchimpfungsrate von 63,5 Prozent aktuell den österreichweit sechstschlechtesten Bezirkswert. Aus Lienz habe es geheißen, dass die Nachfrage gering sei und zudem das freiwillige Personal dringend Erholung brauche.

Ähnlich stellte sich die Lage in anderen Tiroler Bezirken dar. In Kitzbühel wird normalerweise immer freitags geimpft - für Freitag, den 24. und Freitag, den 31. Dezember wurden jedoch keine Termine vergeben. Das Impfzentrum in Reutte öffnet laut Landeshomepage erst wieder am 5. Jänner. Im Impfzentrum Landeck gibt es derzeit gar keine Termine. Das Impfzentrum in Innsbruck hat hingegen nur am 24. und 25. Dezember geschlossen.

Das reduzierte Impfangebot steht im Gegensatz zur Tatsache, dass das Land angesichts der weitaus ansteckenderen Omikron-Variante erneut und vehement dazu aufrief, sich die Boosterimpfung zu holen, um den Impfschutz aufrechtzuerhalten. Das ist bei einer Zweifachimpfung mit einem mRNA-Impfstoff bereits nach vier Monaten möglich, bei einer Zweifachimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca wird nach vier Monaten eine Drittimpfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Mit 3. Jänner 2022 verlieren außerdem einmalige Johnson-&-Johnson-Impfungen ihre Gültigkeit. Bisher wurden in Tirol knapp 550.000 Erstimpfungen durchgeführt, rund 294.000 Menschen erhielten bereits eine dritte Impfung.

Kritik der Opposition

Heftige Kritik an den Umständen kam vom Tiroler NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer. Er forderte eine rasche Lösung und sah sowohl das Land als auch die Bezirke in der Pflicht: "Die Verwaltung macht über Weihnachten und Silvester frei. Es kann nicht sein, dass über die Feiertage bis zum 7. Jänner das Impfen eingestellt wird", echauffierte sich der pinke Politiker in einer Aussendung. "Das ist der direkte Weg in den Lockdown".

Auch der Tiroler FPÖ-Klubobmann Markus Abwerzger sah die schwarz-grüne Landesregierung in der Pflicht. Die Bevölkerung habe "seit 22 Monaten unter dem Dilettantismus der Regierung in Bezug auf ein geordnetes Pandemiemanagement zu leiden", fand er. Gerade über die Feiertage würden sich Personen lieber impfen lassen, da sie Zeit haben, mutmaßte der blaue Politiker und kommentierte die aktuellen Entwicklungen: "Impfzwang ja, aber freiwillige Impfung nicht".

Quelle: Agenturen / pea