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Teheraner Basar nach Werbevideo ohne Kopftuch gesperrt

Die Behörden im Iran haben einen bekannten Goldbasar gesperrt, weil dieser mit einem Video einer unverschleierten Frau Werbung machte. Der Verkaufsbereich für Gold und Juwelen des Luxuseinkaufszentrums "Almas Karim Chan" in der Hauptstadt Teheran sei daher geschlossen worden, berichtete die iranische Zeitung "Hamshahri" am Dienstag. In dem Werbeclip folgt die Kamera einer Frau ohne das verpflichtende Kopftuch durch die Einkaufshallen.

Nach den Protesten im Herbst gegen das islamische Herrschaftssystem ignorieren immer mehr Frauen demonstrativ die Kleidungsregeln. In vielen Städten drücken die Behörden mittlerweile ein Auge zu. Gleichzeitig werden Verstöße gegen die Kopftuchpflicht durch Videoüberwachung verfolgt. Verstöße gegen die Gesetze in Werbevideos sind jedoch neu.

Vor wenigen Tagen hatte eine Gruppe junger iranischer Frauen mit einem Tanzvideo online für Aufsehen gesorgt. In dem Clip tanzten die fünf mit lockerer Kleidung ohne Kopftuch vor Häuserblocks einer bekannten Gegend in der Hauptstadt Teheran. Verbreitet wurde das Video anlässlich des Weltfrauentages. Unbestätigten Berichten in den sozialen Medien zufolge wurden die Frauen danach zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen.

Die Aufstände im Herbst stürzten die politische Führung in eine der schwersten Krisen seit Jahrzehnten. Auslöser war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Sie starb im Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsregeln festgenommen worden war.

ribbon Zusammenfassung
  • Die Behörden im Iran haben einen bekannten Goldbasar gesperrt, weil dieser mit einem Video einer unverschleierten Frau Werbung machte.
  • Der Verkaufsbereich für Gold und Juwelen des Luxuseinkaufszentrums "Almas Karim Chan" in der Hauptstadt Teheran sei daher geschlossen worden, berichtete die iranische Zeitung "Hamshahri" am Dienstag.
  • In dem Werbeclip folgt die Kamera einer Frau ohne das verpflichtende Kopftuch durch die Einkaufshallen.