Team HC Strache tritt in Oberösterreich an

15. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Im ersten großen TV-Interview nach seiner Wahlniederlage spricht Heinz-Christian Strache mit Corinna Milborn über seine Zukunft, die seiner Partei und welche Rolle Herbert Kickl seiner Meinung nach in der Spesen-Affäre spielt

Allen Abgesängen zum Trotz will Heinz-Christian Strache sich auch nach seiner Wahlniederlage in Wien nicht aus der Politik zurückziehen. Im Interview mit PULS 24 Infochefin Corinna Milborn erklärte Strache, er werde weiterhin als Parteichef des Team HC Strache fungieren - "ehrenamtlich", wie er mehrmals betonte. Ein Mandat auf Bezirksebene in Wien will er allerdings nicht antreten.

Stattdessen plant Strache die Expansion seiner Liste nach Oberösterreich. In Aussicht auf einen Kredit durch einen nicht näher genannten oberösterreichischen Unternehmer will er sein Team Strache für Oberösterreich aufbauen, dort aber nicht selbst als Kandidat antreten.

Die nächste Landtagswahl in Oberösterreich findet planmäßig im September 2021 statt.

Schuld an Wahlniederlage seien Ibiza, Corona und Kickl

Als Ursache dafür, dass viele frühere FPÖ-Wähler zu Hause geblieben sind, sieht Strache einerseits "die Ibiza-Causa, wo die Aufklärung dann, leider Gottes, nicht so breit in der Öffentlichkeit berichtet wurde". Auch die Corona-Pandemie habe Einfluss auf die politische Themenlandschaft gehabt. Andererseits sucht Strache die Schuld auch bei FPÖ-Klubchef Herbert Kickl, der gesagt hat, die FPÖ habe sich selbst beschädigt: "Da hat er schon seinen Gutteil daran beigetragen, durch Machtspiele, Intrigen, durch das Verhalten und Anpatzungen, die ich auch erleben musste."

Zur FPÖ-Spesenaffäre

Angesprochen auf die Spesenaffäre wies Strache abermals die Vorwürfe, er habe private Spesen über die Partei abrechnen lassen, zurück. "Ich bin nicht unanständig und habe das nicht getan", sagt Strache und argumentiert: "Aber es wird mich ja niemand für so dumm halten, dass ich zu zwei Polizisten und einer Mitarbeiterin gehe und sage: 'Werdet bitte für mich straffällig und organisiert mir irgendwelche Rechnungen'." Stattdessen vermutet er eine Parteiintrige gegen ihn, an der etwa der jetzige FPÖ-Landesparteichef Dominik Nepp beteiligt sein soll.

Straches Medienprojekt

Am Dienstag teilte Strache dem Nachrichtenmagazin "News" mit, dass er ein Medium gründen werde. Dies soll allerdings "kein Parteimedium" werden, stellt er im Interview mit Corinna Milborn klar. "Es wird eine Online-Plattform, die mitte-rechts positioniert ist, die aber nichts mit der Partei zu tun hat", führt Strache weiter aus.

Richard Schmitt, inzwischen Chefredakteur von "oe24.at", der gerüchteweise mit Strache ein gemeinsames Medienprojekt plante, werde nicht Teil seines neuen Online-Mediums sein, sagte Strache. Einen Zeitplan für sein geplantes neues Medium habe er noch nicht.

Quelle: Redaktion / hos