APA - Austria Presse Agentur

Tausende Litauer demonstrierten gegen Gleichstellung Homosexueller

16. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Tausende Litauer haben gegen Pläne zur rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften demonstriert.

Am Samstag versammelten sich tausende Menschen in der Hauptstadt Vilnius zu einem "Familien-Verteidigungsmarsch". Trotz eines Verbots wegen der Corona-Lage kamen nach Polizeiangaben 10.000 Menschen zusammen. Bei einer Umfrage 2019 hatten 70 Prozent der Litauer angegeben, gegen eine rechtliche Gleichstellung Homosexueller zu sein.

Gesetzesentwurf stärkt Homosexuellen-Rechte

Das kleine EU-Land ist mehrheitlich katholisch. Erst Mitte März hat sich die vatikanische Glaubenskongregation gegen eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen. Im kommenden Monat soll sich das litauische Parlament mit einem Gesetzentwurf befassen, den der offen homosexuell lebende Abgeordnete Tomas Vytautas Raskevicius eingebracht hat. Der Entwurf zielt Medienberichten zufolge darauf ab, gleichgeschlechtlichen Paaren Erbrechte, gemeinsamen Besitz von Eigentum, Verfahrensgarantien und die Möglichkeit, ihren Nachnamen zu ändern, zu gewähren, beinhaltet aber nicht das Recht, Kinder zu adoptieren.

Der Gesetzentwurf könnte mit Hilfe der an der Regierung beteiligten Liberalen und der oppositionellen Sozialdemokraten durchkommen. Präsident Gitanas Nauseda betonte in einer Erklärung, ein solches Gesetz dürfe nicht gegen die Verfassung verstoßen, die die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau definiert.

Kritik an Vatikan-"Nein" zur Segnung Homosexueller

Die Weigerung, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen, stieß auf Kritik auch innerhalb der katholischen Kirche. In Österreich sprach sich der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn dagegen aus. Laut einer Umfrage von Ende März haben 64 Prozent der Österreicher kein Verständnis für das "Nein" zur Segnung. 

Quelle: Agenturen / red