Syrische Flüchtlinge in Türkei planen "Karawane" Richtung EU

10. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Ein syrisches Flüchtlingskollektiv in der Türkei plant eine "Karawane" Richtung EU. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Samstag erfuhr, werden im Online-Dienst Telegram seit sechs Tagen Aufrufe verschickt, damit in der Türkei lebende Migranten sich der Aktion anschließen. Inzwischen folgen rund 70.000 Nutzer auf Telegram den Mitteilungen zu dem Thema. Viele seit Jahren in der Türkei lebende Flüchtlinge fürchten, im türkischen Wahljahr 2023 nach Syrien abgeschoben zu werden.

Die Organisatoren rufen syrische Flüchtlinge darin in arabischer Sprache dazu auf, sich mit Schlafsäcken, Zelten, Rettungswesten, Trinkwasser, Konserven und Erste-Hilfe-Sets auszurüsten. Der Konvoi solle in Gruppen von jeweils maximal 50 Personen mit je einem Anführer aufgestellt werden."Wir werden Bescheid geben, wenn der Zeitpunkt zur Abreise gekommen ist", sagte einer der Organisatoren, ein 46-jähriger syrischer Ingenieur, der Nachrichtenagentur AFP. Seinen Angaben zufolge lebt ein Teil der Organisatoren bereits in der EU.

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor elf Jahren rund 3,7 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Ein Abkommen mit der EU von 2016 sieht vor, dass die Türkei die Zahl der Flüchtlinge begrenzt, die über ihr Staatsgebiet in die EU kommen. Im Gegenzug erhält Ankara EU-Finanzhilfen in Milliardenhöhe.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan plant nach eigenen Angaben die Rückkehr von einer Million Syrer in ihre Heimat "auf freiwilliger Basis". Er stellt sich nächstes Jahr der Wiederwahl.

Quelle: Agenturen