Starmer wirbt in China für Zusammenarbeit
"Es macht keinen Sinn, den Kopf in den Sand zu stecken, wenn es um China geht", sagte er mitreisenden Reportern. Es liege im britischen Interesse, sich zu engagieren. Der Besuch findet vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit US-Präsident Donald Trump statt. Dieser hatte zuletzt unter anderem mit Zöllen gegen Kanada gedroht, sollte das Land ein Handelsabkommen mit China unterzeichnen. Starmer wies Bedenken zurück, die Annäherung an Peking könne Washington verärgern. Die Beziehung zu den USA sei eine der engsten, die Großbritannien habe – sei es bei Verteidigung, Sicherheit oder Handel. Er sehe sich als "Pragmatiker", der sich nicht zwischen den USA oder China entscheiden müsse.
Starmer wird von einer Delegation aus mehr als 50 Wirtschaftsvertretern begleitet. Auf dem Programm stehen am Donnerstag Treffen mit Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang, bevor der britische Premier am Freitag zu Gesprächen nach Shanghai weiterreisen wollte. Die Beziehungen zwischen London und Peking waren in den vergangenen Jahren auf einem Tiefpunkt angelangt. Belastet wurde das Verhältnis durch das Vorgehen Chinas in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong, die Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg sowie Spionagevorwürfe britischer Dienste gegen Peking. Zu möglichen Gesprächen über Menschenrechte oder den Ukraine-Krieg äußerte sich Starmer zunächst zurückhaltend.
Zusammenfassung
- Keir Starmer ist als erster britischer Premierminister seit 2018 zu einem Besuch in China eingetroffen, um die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken.
- Er wird von einer Delegation aus über 50 Wirtschaftsvertretern begleitet und trifft am Donnerstag Präsident Xi Jinping sowie Ministerpräsident Li Qiang.
- Starmer betonte, Großbritannien müsse trotz Sicherheitsrisiken mit China kooperieren, da es sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nicht leisten könne zu ignorieren.
