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SPÖ-Aschermittwoch: Lercher witzelt über Kanzler-Frisur und "DDR im Internet"

17. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Der steirische SPÖ-Abgeordnete Max Lercher versucht sich in einem Facebook-Video als Aschermittwoch-Redner, coronabedingt allerdings ohne Bierzelt.

Eine Bierzelt-Rede ohne Bierzelt-Publikum ist kein einfaches Unterfangen, wie der SPÖ-Abgeordnete Max Lercher mit einem Facebook-Video beweist. Tapfer fährt er allerlei Pointen auf, selbstverständlich vor allem gegen die politische Gegner aller Parteien in unterschiedlichen Abstufungen. Sehr zärtlich geht er dabei allerdings mit den NEOS um, was wohl der rot-pinken Koalition in Wien geschuldet ist.

Selbstironisch tadelt Lercher zunächst sein schlecht selbst eingeschenktes Bier, die Gelegenheit für einen "mehr Netto vom Brutto"-Schmäh lässt er ungenutzt.

Sein erstes Ziel ist die FPÖ: Nach enttäuschtem Glauben an Haider, Strache und die Kurz-Regierung sei sie soweit, "dass sie an gar nichts mehr glauben, nicht einmal mehr an den Coronavirus."

Viele Verbalwatschen für Regierung

An der Politik von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) lässt Lercher kein gutes Haar, nur an dessen Frisur: "Ich glaub' er hat ein neues Motto: 'Es ist mir alles viel zu schwer, drum geh' ich lieber zum Frisör'."

Besonders genüsslich knöpft sich Lercher das misslungene Projekt "Kaufhaus Österreich" von Wirtschaftsministerin Margarethe Schramböck vor: "Eine Bummel-Website, in der man dann nichts kaufen kann, in der es auch nichts gibt - das ist dann die DDR im Internet".

Die Grünen würden sich wiederum wie "manche bei einem Bärenangriff" in der Koalition mit der ÖVP "tot stellen, damit die ÖVP ihnen nicht noch mehr weh tut". Gesundheitsminister Anschober sei kein Witz, sondern tragische Realität und entschuldige sich für alles, was Kanzler Kurz verursacht habe.

Die Liebe zu den NEOS

Die NEOS - einst neoliberaler Erzfeind - sind dem Steirer in der gemeinsamen Opposition (und der Rathaus-Koalition in Wien) dafür "unglaublich sympathisch" geworden. "Wer weiß, vielleicht mach' ich ja mit dem Sepp Schellhorn eine Genossenschaft als Konkurrenz zur Raiffeisen", so Lercher.

Bei der Selbstkritik an der eigenen Partei will der Schmäh nicht so recht glücken: Die Sozialdemokratie habe sich in den letzten Monaten so verhalten wie jene Menschen, die zwar eine Maske im Gesicht haben, aber diese unter der Nase tragen.

Quelle: Redaktion / hos