APA - Austria Presse Agentur

"Spiel mit dem Feuer": Schallenberg gegen mögliche Grenzänderung in Bosnien

04. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Außenminister Alexander Schallenberg hat bei einem Besuch in Bosnien-Herzegowina klar vor der jüngst erneut aufgekommenen Diskussion über mögliche Grenzverschiebungen am Westbalkan gewarnt.

"Gedankenspiele über Grenzverschiebungen sind inakzeptabel und brandgefährlich", sagte der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg am Dienstag bei einem Treffen mit der bosnischen Außenministerin Bisera Turkovic in Sarajevo. "Wer mit diesen Gedanken spielt, spielt mit dem Feuer."

"Die Zukunft Bosniens liegt in der EU"

Die territoriale Integrität von Bosnien-Herzegowina sei "unverhandelbar", betonte der Außenminister bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Die Zukunft Bosniens liege in der Europäischen Union.  Dieses Ziel könne aber nur gelingen, wenn alle in Bosnien zusammenarbeiten würden, mahnte der Außenminister.

Bosnien sei ein Schlüsselstaat in der Region. "Ohne Stabilität in Bosnien kann es keine Stabilität in der Region geben", so der Außenminister, der sich dafür aussprach, dass die Staaten des Westbalkans auch an der Konferenz zur Zukunft der EU teilnehmen sollten.

Die bosnische Außenministerin versicherte Schallenberg, dass trotz negativer Äußerungen einiger Politiker des Landes die Mehrheit der Bürger nach wie vor den Weg in Richtung EU und NATO voll unterstütze. Sie hoffe, dass die EU die Bemühungen des Landes anerkenne und helfen werde, die innerstaatlichen Hindernisse bei der EU-Annäherung zu überwinden, so Turkovic.

Debatte um Grenzverschiebung nach ethnischen Kriterien

Bereits zuvor hatte Schallenberg vor österreichischen Journalisten das inoffizielle Papier über Pläne zu Grenzverschiebungen in der Region nach ethnischen Kriterien, das in den vergangenen Wochen vor allem in Bosnien für Aufregung gesorgt hat, als "vorgestrig" kritisiert. 

Das sogenannte "Non-Paper", war slowenischen Medien zugespielt worden. Es wurde dem slowenischen Ministerpräsidenten Janez Jansa zugeschrieben. Dieser dementierte jedoch jegliche Urheberschaft.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / koa