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Schuldenquote erstmals seit 2016 gestiegen

30. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Die Staatsschulden sind von Jänner bis März leicht gestiegen. Das war - bedingt durch die ersten Folgen der Coronakrise - der erste Anstieg der Schuldenquote seit zwölf Quartalen, also seit 2016. Betroffen ist ausschließlich der Bund, der seinen Schuldenstand zur Bewältigung der Krisenkosten von 241 auf 251 Mrd. Euro erhöht hat. Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen haben Schulden abgebaut.

"Die Coronakrise drängt Österreich vom Konsoliderungspfad", sagte Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Er geht allerdings davon aus, dass im weiteren Verlauf des Jahres deutlich größere Auswirkungen der Covid-19-Krise sichtbar werden: "Die Zahlen fürs 1. Quartal zeigen allerdings bereits, dass der Bund vorsorglich neue Schulden aufgenommen hat, um künftige Corona-Hilfen zu finanzieren."

In Summe liegen die Staatsschulden bei 72,8 Prozent der Wirtschaftsleistung und somit wieder am Wert von vor einem Jahr. Es ist der erste Anstieg seit dem vierten Quartal 2016.

Ein Sonderfall sind die Sozialversicherungen: sie reduzieren ihren Schuldenstand traditionell zu Jahresanfang, um ihn dann im Verlauf des Jahres wieder leicht hochzufahren - so auch heuer: im ersten Quartal verzeichneten sie ein Guthaben von 39 Mio. Euro. Allerdings stehen auch den Sozialversicherungen härtere Zeiten ins Haus, weil die Beitragseinnahmen krisenbedingt stark zurückgehen. Bis Jahresende ist also wieder mit einem Anstieg der Schulden zu rechnen.

Quelle: Agenturen