APA - Austria Presse Agentur

Schreine im Iran bleiben weiterhin geschlossen

10. Mai 2020 · Lesedauer 2 min

Die Schreine sowie größere Moscheen in der Islamischen Republik Iran bleiben wegen der Coronakrise weiterhin geschlossen; der Zugang zu den Außenhöfen könnte bis Ende Mai aber wieder erlaubt werden. "Es gibt Überlegungen, nach dem Fastenmonat Ramadan (im Iran am 23. Mai) die Außenhöfe der Mausoleen unter Beachtung bestimmter Hygienevorschriften zu eröffnen", sagte Gesundheitsminister Saeid Namaki.

Die Schreine sowie größere Moscheen in der Islamischen Republik Iran bleiben wegen der Coronakrise weiterhin geschlossen; der Zugang zu den Außenhöfen könnte bis Ende Mai aber wieder erlaubt werden. "Es gibt Überlegungen, nach dem Fastenmonat Ramadan (im Iran am 23. Mai) die Außenhöfe der Mausoleen unter Beachtung bestimmter Hygienevorschriften zu eröffnen", sagte Gesundheitsminister Saeid Namaki.

Wegen der hohen Ansteckungsgefahr bleiben aber die Schreine selbst weiterhin geschlossen, sagte der Minister laut Webportal des staatlichen Senders IRIB am Sonntag. In den vier wichtigen Mausoleen sowie in größeren Moscheen des Landes gibt es Außenhöfe, wo sich die Pilger vor oder nach dem Schreinbesuch aufhalten.

Die Schließung der Mausoleen und Moscheen hatte im Iran zu heftigen Diskussionen zwischen dem Klerus und den Wissenschaftern im Gesundheitsministerium geführt. Für den Klerus ist die Eröffnung der heiligen Stätten weitaus wichtiger als die von Einkaufspassagen und Schönheitssalons.

Minister Namaki und sein Team waren aber der Meinung, dass in den Schreinen die dringend notwendige Kontaktbeschränkung unmöglich sei und ihre Öffnung zu einer neuen Ansteckungswelle führen könnte. Daher wurden nur kleinere Moscheen in Kleinstädten, die vom Ministerium als "weiße Zone" - coronafrei - eingestuft sind, wieder eröffnet.

Namaki sprach von Teilerfolgen im Kampf gegen das Coronavirus. Unbedachte Lockerungen an Orten wie den heiligen Stätten, die zu größeren Versammlungen führten, könnten aber "bittere Gegentore in der Nachspielzeit" zur Folge haben. Mit dieser Argumentation konnten sich Namaki und seine Vizeminister bisher im Corona-Krisenstab sowie gegen den Klerus durchsetzen.

Das Corona-Virus hat den Iran in den letzten 111 Tagen besonders hart getroffen. Laut Gesundheitsministerium starben bisher mehr als 6.500 Menschen an den Folgen der Corona-Infektion. Die Zahl der Infizierten beträgt mehr als 105.000, von denen über 85.000 jedoch geheilt seien. Außerdem soll die Pandemie etwa 70 Prozent der iranischen Wirtschaft lahmgelegt haben.

Quelle: Agenturen