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Russland und Ukraine melden Tote bei Drohnenangriffen

Heute, 17:40 · Lesedauer 3 min

In Russland und der Ukraine haben am Dienstag nach Angaben der jeweiligen regionalen Gouverneure gegenseitige Drohnenangriffen Tote und Verletzte gefordert. In der russischen Region Kursk wurden demnach bei einer ukrainischen Attacke ein Mensch getötet und 13 weitere verletzt, während in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk bei russischen Angriffen zwei Menschen starben und vier weitere Verwundungen erlitten. In Lwiw wurden Teile der historischen Altstadt beschädigt.

Russland habe die Ukraine nach Angaben der dortigen Luftwaffe seit Montagabend mit 948 Drohnen angegriffen, hieß es von ukrainischer Seite. Tagsüber seien es 556 gewesen, von denen die ukrainische Flugabwehr 541 abgefangen habe. Zuvor hatten die Behörden mitgeteilt, die ukrainische Flugabwehr bekämpfe Ziele nahe der Hauptstadt Kiew sowie in der Region um Lwiw (Lemberg). In der westukrainischen Stadt traf nach Angaben der Verwaltung eine Drohne ein Wohnhaus im historischen Zentrum. Bürgermeister Andrij Sadowyj zufolge wurden 26 Menschen in Krankenhäusern der Stadt behandelt. Er schrieb auf Telegram von Einschlägen an mehreren Stellen der Stadt, ein Wohnhaus sei zweimal getroffen worden.

Zwei Personen seien bei einem Angriff auf das Zentrum von Iwano-Frankiwsk - ebenfalls im Westen des Landes - ums Leben gekommen, schrieb Gouverneurin Switlana Onischtschuk bei Telegram. Vier weitere, darunter ein Kind, seien verletzt worden. Einen Toten und 13 Verletzte gab es Gouverneurin Natalja Sabolotna zufolge im Gebiet Winnyzja. Militärgouverneur Maksym Kosyzkyj schrieb auf Telegram von Schäden im historischen Zentrum der Stadt. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und wurde 2023 wegen des inzwischen seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs in die Liste der gefährdeten Stätten aufgenommen. Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko erklärte auf der Kurznachrichtenplattform X, bei den Angriffen sei auch die St.-Andreas-Kirche aus dem 17. Jahrhundert getroffen worden, Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. Das historische Zentrum von Lwiw ist für seine gut erhaltene mittelalterliche Architektur bekannt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte am Abend mehr Druck auf Moskau. Das Ausmaß dieses Angriffs zeige, dass Russland nicht die Absicht habe, diesen Krieg zu beenden, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Er sprach von Toten und mehr als 40 Verletzten. Nach schweren Angriffen in der Nacht mit Raketen und Drohnen habe es auch tagsüber mehrere Wellen von Drohnenattacken gegeben. Russland nehme weiterhin vor allem die Energieversorgung der Ukraine ins Visier, sagte Selenskyj.

Bereits in der Nacht zum Dienstag hatte Russland die Ukraine mit massiven Luftangriffen überzogen, wobei mindestens fünf Menschen in verschiedenen Landesteilen getötet wurden. Ukrainischen Angaben zufolge wurden dabei 392 Drohnen eingesetzt. In allen Regionen des Landes außer Odessa wurde Luftalarm ausgelöst. Unter anderem sei in Charkiw ein 61-jähriger Insasse einer Straßenbahn gestorben, die von einer russischen Drohne getroffen wurde. Außerdem seien zwei Menschen in der ostukrainischen Region Poltawa sowie je ein Mensch in Saporischschja im Süden des Landes undd in Cherson getötet worden.

Bei den Angriffen auf Poltawa wurden nach Angaben der ukrainischen Armeeverwaltung auch sieben Menschen verletzt. Wohngebäude und ein Hotel seien beschädigt worden. Zudem seien Feuer ausgebrochen. Aus Saporischschja meldete der Regionalgouverneur einen "massiven kombinierten Raketen- und Drohnenangriff". Neben dem einen Todesopfer habe es auch drei Verletzte gegeben. Sechs Wohngebäude, zwei Wohnhäuser, ein Einkaufsladen, eine industrielle Infrastruktureinrichtung sowie weitere Gebäude seien bei dem Angriff beschädigt worden.

Am Montagabend hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einem neuen russischen Großangriff gewarnt. "Unsere Geheimdienste haben Informationen, dass die Russen möglicherweise einen Großangriff vorbereiten", sagte Selenskyj am Montagabend in seiner täglichen Fernsehansprache.

Zusammenfassung
  • Bei gegenseitigen Drohnenangriffen zwischen Russland und der Ukraine wurden am Dienstag mindestens acht Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt, darunter 1 Toter und 13 Verletzte in Kursk sowie 2 Tote und 4 Verletzte in Iwano-Frankiwsk.
  • Die Ukraine meldete allein seit Montagabend 948 russische Drohnenangriffe, von denen die Flugabwehr 541 am Tag abfangen konnte, während in Lwiw 26 Menschen medizinisch behandelt und Teile des UNESCO-Weltkulturerbes beschädigt wurden.
  • Präsident Selenskyj forderte mehr internationalen Druck auf Russland und warnte vor weiteren Großangriffen, nachdem bereits in der Nacht mindestens fünf Menschen durch massive Luftangriffe in verschiedenen Landesteilen ums Leben kamen.