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RH: Zentrallehranstalten nicht mehr Ministerium unterstellen

16. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Der Rechnungshof (RH) empfiehlt eine Änderung bei der Verwaltung der Zentrallehranstalten (ZLA). Künftig sollen diese nicht mehr direkt dem Bildungsministerium unterstehen, sondern wie bei allen anderen AHS und BMHS eine Verlagerung in die Bildungsdirektionen überlegt werden, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Prüfbericht. An der HTL Spengergasse in Wien soll außerdem der weitere Betrieb der Versuchsanstalt überdacht werden.

Grundsätzlich werden in Österreich AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) von den Bildungsdirektionen (früher: Landesschulräte bzw. Stadtschulrat) verwaltet. Eine Ausnahme bilden die fünf Zentrallehranstalten - das sind die HTL Spengergasse in Wien-Margareten, auf die sich die konkrete RH-Prüfung bezog, die Höhere graphische Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Wien-Penzing, die Höhere Bundeslehr- und Versuchsanstalt für chemische Industrie in Wien-Hernals, das Technologische Gewerbemusuem (TGM) in Wien-Brigittenau und das Bundesinstitut für Sozialpädagogik in Baden (NÖ). Diese historisch bedingte Zentralverwaltung hat sämtliche Bildungsreformen der letzten Jahrzehnte "überlebt".

"Die mit den Zentrallehranstalten verbundenen Parallelstrukturen tragen zur Komplexität des österreichischen Schulsystems bei", meint der RH. Dazu komme noch, dass nicht alle Belange der Zentrallehranstalten zum "Tagesgeschäft" des Ministeriums zählen. Gleichzeitig gesteht er zu, dass sich die ZLA "durch eine günstige Ressourcensituation des Lehrpersonals" auszeichnen. Diese solle im Fall der Verlagerung an die Bildungsdirektionen aufrechterhalten werden.

An der HTL Spengergasse selbst sieht der RH den weiteren Betrieb der Versuchsanstalt für Textil und Informatik kritisch. Diese soll Aufträge aus der Wirtschaft anziehen, durch deren Bearbeitung die Lehrer sich fortbilden und für den Unterricht profitieren - diese Synergien seien im Textilbereich auch tatsächlich realisiert worden. Allerdings entstanden seit Jahren Verluste, hielt der RH fest. Außerdem konzentriere sich die HTL mittlerweile auf den Bereich Informatik, wodurch dem Textilbereich mittelfristig wegen Pensionierungen kaum mehr Lehrer für Aufträge zur Verfügung stünden. In der Informatik selbst wiederum habe es kaum Aufträge aus der Wirtschaft gegeben und auch keine Kooperation zwischen Schulbetrieb und Versuchsanstalt.

Quelle: Agenturen