APA - Austria Presse Agentur

Raab lässt Veranstaltung mit türkischem Botschafter prüfen

28. Mai 2020 · Lesedauer 2 min

Nach abfälligen Äußerungen des türkischen Botschafters in Österreich gegenüber Christen schaltet Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) jetzt das Kultusamt zur Prüfung ein. Ozan Ceyhun soll bei der Ramadan-Veranstaltung auch die radikale Muslimbrüderschaft und den türkischen Präsidenten gelobt haben. Bei einem Gespräch im Ministerium betonte er, missverstanden worden zu sein.

Nach abfälligen Äußerungen des türkischen Botschafters in Österreich gegenüber Christen schaltet Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) jetzt das Kultusamt zur Prüfung ein. Ozan Ceyhun soll bei der Ramadan-Veranstaltung auch die radikale Muslimbrüderschaft und den türkischen Präsidenten gelobt haben. Bei einem Gespräch im Ministerium betonte er, missverstanden worden zu sein.

In einem dem "Volksblatt" zugespielten Video soll Ceyhun auf einer Ramadan-Veranstaltung in Wien zu hören sein, wie er neben diversen Lobpreisungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und der Muslimbrüderschaft sagt: "Die (Christen, Anm.) gehen in egoistischer Manier, ziehen sich in ihre vier Wände zurück und verteilen keine Geschenke, wie wir das tun." Dem "Volksblatt" gegenüber bestritt der Diplomat, die Aussagen so getätigt zu haben, obwohl sie laut der Zeitung von zwei Muttersprachlern übersetzt worden sind.

In einem Gespräch auf Beamtenebene wurde dem Botschafter gegenüber laut Integrationsministerium "unmissverständlich klargestellt, dass eine Geringschätzung der österreichischen Werte und Traditionen nicht akzeptiert wird". Die Ministerin dazu: "Nach dem Vorfall lasse ich das Kultusamt prüfen, ob es sich bei der Veranstaltung des türkischen Vereins um eine religiöse Versammlung oder um eine politische Veranstaltung gehandelt hat und ob im Rahmen der Veranstaltung die positive Grundeinstellung gegenüber Gesellschaft und Staat verletzt wurde. Des Weiteren ist zu klären, ob es zu Verstößen gegen das Islamgesetz gekommen ist. Einfluss aus der Türkei auf Vereine in Österreich lehne ich als Integrationsministerin vehement ab."

Nichts läge ihm ferner, als religiöse Gefühle zu verletzen, sagt der Diplomat auch in der "Krone". "Ich hatte mich auf das Weihnachten in der heutigen Konsumgesellschaft bezogen und keine einzige Aussage über Anhänger eines bestimmten Glaubens, seien es Christen oder Muslime, getroffen", rechtfertigte sich Ceyhun. "Wenn ich etwas kritisiert habe, dann, dass dabei wertvolle Traditionen in Vergessenheit geraten sind bzw. ihre ursprüngliche Bedeutung entfremdet wurde."

Quelle: Agenturen