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Prozess in Wien im Dunstkreis der "Sächsischen Separatisten"

29. Jan. 2026 · Lesedauer 2 min

Im Wiener Straflandesgericht wird am 9. Februar einem bekannten Rechtsextremisten wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung der Prozess gemacht. Die Ermittlungen gegen ihn starteten, nachdem in seiner Wohnung eine Hausdurchsuchung durchgeführt wurde, die auf Rechtshilfeersuchen der deutschen Behörden wegen Ermittlungen gegen die militante Neonazi-Gruppe "Sächsische Separatisten" erfolgte. Der nun Angeklagte stand zunächst nicht unter Verdacht.

Bei der Hausdurchsuchung im November 2024, die wegen anderer Verdächtiger durchgeführt wurde, entdeckten die Ermittler allerdings, dass der Mann in seiner Wohnung in Wien zahlreiche NS-Devotionalien ausgestellt hatte. Gegen den bereits mehrfach wegen Wiederbetätigung Verurteilten wurde Anklage erhoben. Am Donnerstagnachmittag wurde der Prozesstermin im Februar im Wiener Straflandesgericht vor Geschworenen von Gerichtssprecherin Christina Salzborn bestätigt.

Der Beschuldigte soll vor allem Bilder von Soldaten des Dritten Reiches in seinem Schlafzimmer aufgehängt haben, die Reichsadler mit Hakenkreuz zeigen. Gefunden wurden auch gerahmte Geburtstagswünsche mit Reichsadler und Hakenkreuz und der Aufschrift "Der Führer" an einen Gaubeauftragten. Auch im Wohnzimmer hingen 14 einschlägige Bilder und im Arbeitszimmer ein signiertes Bild eines SS-Soldaten.

Bereits Hausdurchsuchungen in Niederösterreich

Es ist nicht die erste Hausdurchsuchung in Österreich, die im Zuge der Ermittlungen gegen die "Sächsischen Separatisten" erfolgt ist. So gab es im November 2024 auch Durchsuchungen in einem Forsthaus in Langenlois (Bezirk Krems), in dem René Schimanek, der ehemalige Büroleiter von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ), hauptgemeldet war. Dabei wurden Munition und NS-Devotionalien gefunden, Schimanek verlegte wenige Wochen danach seinen Hauptwohnsitz.

Die Staatsanwaltschaft Krems hat deshalb auch erst kürzlich Anklage gegen Schimanek wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung erhoben. Dabei geht es um die Todesanzeige seines 2024 verstorbenen Vaters, Hans Jörg Schimanek, auf der das in rechtsextremen Kreisen verwendete Symbol der Irminsul-Rune zu sehen war.

Zusammenfassung
  • Am 9. Februar steht ein bekannter Rechtsextremist in Wien vor Gericht, nachdem bei einer Hausdurchsuchung im November 2024 zahlreiche NS-Devotionalien, darunter 14 einschlägige Bilder im Wohnzimmer, entdeckt wurden.
  • Die Ermittlungen gegen den Angeklagten begannen im Zuge eines Rechtshilfeersuchens deutscher Behörden wegen der militanten Neonazi-Gruppe 'Sächsische Separatisten'.
  • Auch in Niederösterreich wurde im November 2024 ein Forsthaus durchsucht, in dem Munition und NS-Devotionalien gefunden wurden, was zur Anklage gegen René Schimanek wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung führte.