APA - Austria Presse Agentur

Polnischer Präsident Duda mit dem Coronavirus infiziert

24. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Dem 48-Jährigen gehe es aber gut, teilte das Präsidialamt am Samstag auf Twitter mit. Er sei in Quarantäne und stehe in ständigem Kontakt mit den zuständigen Medizinern, nachdem ein Test vom Freitag positiv ausgefallen sei. "Der Präsident ist ein junger Mann. Ich denke, er wird die Infektion ohne Probleme überstehen", sagte Vize-Gesundheitsminister Waldemar Kraska dem Radiosender RMF.

Er gehe davon aus, dass alle Kontaktpersonen Dudas aus der jüngsten Zeit auch in Quarantäne müssten, sagte Kraska. Dazu gehöre auch Tennis-Star Iga Swiatek, die kürzlich überraschend die French Open gewonnen und damit als erste Polin bei einem Grand-Slam-Turnier triumphiert hatte. Laut ihrem Trainer fühle sie sich gut und werde in Quarantäne gehen. Die 19-Jährige war am Freitag von Duda für ihre Leistungen mit dem Goldenen Verdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Duda hat als Präsident überwiegend repräsentative Aufgaben inne, steht aber der national-konservativen Regierungspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) nahe.

Auch in Polen sind die Coronazahlen zuletzt stark gestiegen, die Behörden meldeten am Freitag mit mehr als 13.600 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. Die Regierung verschärfte deswegen die Schutzmaßnahmen. Die Opposition hatte zuletzt scharfe Kritik an der Regierung im Umgang mit der Pandemie geübt und ihr eine mangelhafte Vorbereitung auf die zweite Coronawelle vorgeworfen. In jüngsten Umfragen haben PiS und Duda an Zustimmung in der Bevölkerung verloren.

Indes hat sich in der Ukraine Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko vor seiner möglichen Wiederwahl als Bürgermeister in der Hauptstadt Kiew mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte der 49-Jährige am Samstagabend in mehreren sozialen Netzwerken mit. "Freunde! Das Coronavirus hat im unpassendsten Moment zugeschlagen", meinte er mit Blick auf den Wahlsonntag. "Ich fühle mich gut."

Er habe zwar versucht, sich zu schützen, aber die Arbeit als Bürgermeister in Pandemie-Zeiten bedeute auch ein ständiges Risiko. Er sei regelmäßig getestet worden und werde nun aus der Selbstisolation weiter arbeiten, teilte Klitschko mit.

In der ukrainischen Hauptstadt mit ihren rund drei Millionen Einwohnern kandidieren neben Klitschko 19 Mitbewerber um das Bürgermeisteramt an. Vor fünf Jahren gewann er erst in der zweiten Runde mit mehr als 64 Prozent der Stimmen. Im restlichen Land sind ebenfalls Kommunalwahlen angesetzt. Rund 28,6 Millionen Ukrainer sind aufgerufen, neue Bürgermeister und Abgeordnete regionaler und örtlicher Parlamente zu bestimmen. Die Abstimmung wird wegen massiv steigender Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus unter strengen Hygienevorschriften organisiert.

Quelle: Agenturen