APA - Austria Presse Agentur

Pistole statt Taser: US-Polizistin wegen Totschlags angeklagt

14. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Nach der Tötung des Afroamerikaners Daunte Wright bei einem Polizeieinsatz wirft die Staatsanwaltschaft der verantwortlichen Beamtin Totschlag zweiten Grades vor.

Die Polizistin Kim Potter hat einen unbewaffneten 20-Jährigen bei einer Fahrzeugkontrolle in die Brust geschossen. Seitdem kommt es in der Stadt Brooklyn Center nördlich von Minneapolis zu Protesten und auch Ausschreitungen. Der zuständige Staatsanwalt im Bezirk Washington im US-Bundesstaat Minnesota entschied am Mittwoch, sie wegen Totschlags anzuklagen. Das berichteten unter anderem der Sender CNN und die Zeitung "New York Times".

Der weißen Ex-Polizistin Kim Potter könnten damit bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe drohen. Totschlag zweiten Grades setzt "schuldhafte Fahrlässigkeit" voraus. Potter hatte am Dienstag wegen des tödlichen Vorfalls ihre Kündigung eingereicht. Der 20-jährige Wright war laut Autopsie infolge eines Schusses in den Brustbereich gestorben.

Pistole mit Taser verwechselt

Der inzwischen zurückgetretene Polizeichef Tim Gannon hatte am Montag erklärt, er gehe davon aus, dass Potter den 20-Jährigen bei einer Verkehrskontrolle versehentlich angeschossen habe. Nach ersten Erkenntnissen habe sie statt eines Elektroschockers (Taser) irrtümlich ihre Pistole gezogen, sagte er.

Die Polizisten kontrollierten Wright am Sonntag, weil die Zulassung seines Wagens abgelaufen war, wie es hieß. Dabei hätten sie festgestellt, dass ein Haftbefehl gegen den unbewaffneten Mann bestand, und ihn festnehmen wollen. Ein Video zeigt, wie sich Wright aus dem Griff der Beamten löst und wieder in sein Auto steigt. Eine Polizistin ruft daraufhin "Taser, Taser, Taser" - hat aber eine Pistole in ihrer Hand. Daraufhin ist ein Schuss zu hören.

Quelle: Agenturen