Personalrochaden in der Gewerkschaft

13. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Gewerkschaft regelt aktuell die Nachfolge von Metaller- und FSG-Chef Rainer Wimmer, der kommendes Jahr in Pension geht. Der erste Schritt wurde bereits am heutigen Dienstag gesetzt. Die in der pro-ge dominierende Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter hat Bundessekretär Reinhold Binder mit 89,7 Prozent der Stimmen im Bundesfraktionsvorstand zum Kandidaten für den Vorsitz designiert. In der FSG wird nach APA-Informationen Josef Muchitsch Nachfolger Wimmers.

Derzeit werden nur die Weichen gestellt. Dabei ist die am Dienstag per Aussendung bekannt gegebene Designierung Binders der erste Schritt. Die offizielle Wahl Binders erfolgt erst beim Gewerkschaftstag der pro-ge, der vom 14. bis 16. Juni kommenden Jahres in Wien angesetzt ist. Kurz darauf folgt der ÖGB-Bundeskongress, wo Bau/Holz-Chef Muchitsch die Nachfolge Wimmers als Chef der mächtigen Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter antreten wird.

Quasi formaler Höhepunkt des ÖGB-Kongresses wird die Wahl des Präsidenten sein. Doch hier sind intern längst die Würfel gefallen. Wolfgang Katzian dürfte in absehbarer Zeit seine Wiederkandidatur ankündigen.

Machtpolitisch wird damit die Gewerkschaft künftig ein wenig diverser. Die beiden großen roten Gewerkschaften GPA über Katzian und pro-ge über die wieder kandidierende Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl behalten zwar die formal höchsten Ämter, doch die FSG geht diesmal an den Vorsitzenden einer vergleichsweise kleinen Gewerkschaft.

Muchitsch, der schon länger als ambitioniert gilt und auch als Sozialsprecher der SPÖ im Parlament dient, übernimmt einen Posten, der traditionell eher den großen Gewerkschaften wie den Metallern zufällt, die ja mittlerweile nach diversen Fusionen als Produktionsgewerkschaft firmieren. Legendär als FSG-Chef war vor allem Rudolf Nürnberger, der fast 20 Jahre amtierte, Wimmer übte diese Funktion jetzt seit 2018 aus - nämlich als Nachfolger Katzians, als dieser ins Präsidentenamt wechselte.

Ein relativ unbekanntes Gesicht in der Öffentlichkeit ist der neue Vorsitzende der pro-ge. Der 44-jährige Binder, gelernter Werkzeugmacher aus Oberösterreich, hat im Bereich der Metaller-Organisation schon die diversesten Aufgaben übernommen, etwa als Leitender Sekretär für Organisation und zuletzt als Bundessekretär.

Quelle: Agenturen