APA - Austria Presse Agentur

Drei Prozent mehr für Pensionen bis 1.000 Euro im Ministerrat beschlossen

22. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Die angekündigte Anpassung der Pensionen für das Jahr 2022 ist am Mittwoch im Ministerrat beschlossen worden. Pensionen bis 1.000 Euro brutto werden um drei Prozent erhöht.

1,1 Milliarden Euro nimmt die Regierung in die Hand, um niedrige Pensionen ab 1.1.2022 zu erhöhen. 

  • Bruttopensionen bis 1.000 Euro sollen um drei Prozent erhöht werden.
  • Von 1.000 bis 1.300 Euro kommt eine Einschleifregelung.
  • Ab 1.300 Euro gilt der gesetzliche Anpassungswert (Inflation) von 1,8 Prozent.

Das wurde beim Ministerrat am Mittwoch beschlossen und muss nun dem Parlament vorgelegt werden. 

Pensionisten mit einer Rente von 1.000 Euro bekommen um 30 Euro mehr im Monat bzw. 420 Euro mehr im Jahr. Pensionen mit 2.000 Euro steigen um 36 Euro im Monat bzw. 504 Euro im Jahr. Die Medianpension über alle Pensionsarten liegt derzeit bei rund 1.045 Euro.

Pensionistenverband fordert mehr

Der SPÖ-Pensionistenverband (PVÖ) forderte erneut mehr. Die Anpassung sei angesichts einer Teuerungswelle sei die Erhöhung "völlig unzureichend". Die Inflation steige seit dem heurigen Mai stark und sei im August auf 3,2 Prozent geklettert - der "höchste Wert seit elf Jahren". Insbesondere die Haushaltsenergie habe sich massiv verteuert und die Preise eines wöchentlichen Einkaufs ("Miniwarenkorb") seien im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent gestiegen. Die Teuerung sei bereits jetzt spürbar und werde sich angesichts einer weiter steigenden Inflation "massiv in den Geldbörsen der Pensionisten bemerkbar machen".

"Deshalb fordert der Pensionistenverband für kleine und mittlere Pensionen einen Kaufkraftsicherungs-Hunderter - und zwar sofort", so Kostelka.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch unterstrich in einer Aussendung seine "volle Unterstützung" für die Forderungen des SPÖ-Pensionistenverbandes. Es sei "ein Schlag ins Gesicht" der kleinen Pensionsbezieher, "dass die Regierung sie mit einer viel zu geringen Pensionserhöhung abspeisen will, die noch dazu viel zu spät, nämlich erst mit 1. Jänner nächsten Jahres gelten soll".

Vor wenigen Tagen trat der Chef der Pensionskommission Walter Pöltner zurück. Er kritisierte, dass die Politik die langfristige Sicherung der Pensionen und der Pflege nicht ernst genug nimmt. 

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam