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Parlament in Peru wählt neuen Übergangspräsidenten

19. Feb. 2026 · Lesedauer 1 min

Nach der Amtsenthebung von Übergangspräsident José Jerí in Peru hat das Parlament des südamerikanischen Landes den Abgeordneten José María Balcázar zum neuen Parlamentspräsidenten gewählt, der damit automatisch Interims-Staatschef wird. 60 Abgeordnete stimmten bei der Sondersitzung am Mittwoch für den 83-jährigen Rechtsanwalt und ehemaligen Richter. Der linksgerichtete Politiker bekam damit die meisten Stimmen.

Er wird nun bis zum Amtsantritt des nächsten gewählten Präsidenten übergangsweise an der Spitze des Staates stehen. Jerí war bis Oktober ebenfalls Parlamentspräsident gewesen und trat dann übergangsweise die Nachfolge der ebenfalls vom Parlament abgesetzten Präsidentin Dina Boluarte an. Am Dienstag war er wegen des Verdachts der Korruption nach nur vier Monaten im Amt selbst vom Parlament abgesetzt worden.

Peru durchlebt derzeit eine von Instabilität geprägte tiefgreifende politische Krise. Vier der letzten sieben Präsidenten wurden ihres Amtes enthoben, zwei traten zurück, um einer Amtsenthebung zu entgehen. Nur einer blieb während der gesamten Amtszeit Präsident.

Die nächsten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Peru finden am 12. April statt. Am 28. Juli kommt dann ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin ins Amt.

Zusammenfassung
  • Das Parlament in Peru hat den 83-jährigen José María Balcázar mit 60 Stimmen zum neuen Parlamentspräsidenten und damit zum Interims-Staatschef gewählt.
  • Der bisherige Übergangspräsident José Jerí wurde nach nur vier Monaten Amtszeit wegen Korruptionsverdachts vom Parlament abgesetzt.
  • Die nächsten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen finden am 12. April statt, der neue Präsident oder die neue Präsidentin übernimmt am 28. Juli das Amt.