APA - Austria Presse Agentur

Papst hob am Stefanitag Bedeutung der Familie hervor

26. Dez 2021 · Lesedauer 3 min

Papst Franziskus hat am Stefanitag die Bedeutung der Familie im Leben jedes Menschen hervorgehoben. "Die Familie ist die Geschichte, aus der jeder von uns kommt", betonte der Papst am Sonntag beim Angelus-Gebet anlässlich des Fests der Heiligen Familie. Besorgt zeigte sich Franziskus über den Bevölkerungsrückgang in Europa. Der "demografische Winter", der vor allem Italien schwer belaste, sei eine "Tragödie".

"Viele Paare ziehen es vor, ohne oder mit nur einem Kind zu bleiben. Denken Sie darüber nach: Es ist eine Tragödie. Wir müssen diesen demografischen Winter überwinden, der sich gegen unsere Familien, gegen unsere Heimat und auch gegen unsere Zukunft richtet", sagte der Papst.

Vor den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen würdigte Franziskus die Bedeutung der Familie für jeden Menschen. "Wir entstammen einer Geschichte, die aus Liebesbanden gewoben ist, und der Mensch, der wir heute sind, ist nicht so sehr aus den materiellen Gütern entstanden, die wir genossen haben, sondern aus der Liebe, die wir erhalten haben, aus der Liebe im Schoß der Familie."

Franziskus rief die Gläubigen auf, Konflikte in der Familie zu überwinden. "Jeden Tag müssen wir in der Familie lernen, einander zuzuhören und zu verstehen, miteinander zu gehen, Konflikte und Schwierigkeiten zu bewältigen", erklärte der Heilige Vater. Das sei die tägliche Herausforderung, die man mit der richtigen Einstellung, mit kleinen Aufmerksamkeiten, mit einfachen Gesten, mit der Pflege der Details unserer Beziehungen gewinnen könne.

"Es hilft uns so sehr, in der Familie zu reden, der Dialog zwischen Eltern und Kindern, der Dialog zwischen Geschwistern hilft uns, diese Familienwurzel zu beleben, die von den Großeltern kommt. Um die Harmonie in der Familie zu bewahren ist es notwendig, die Diktatur des Ichs zu bekämpfen. Es ist gefährlich, wenn wir einander nicht zuhören, und uns gegenseitig die Schuld für unsere Fehler geben; wenn wir, statt uns um andere zu kümmern, auf unsere eigenen Bedürfnisse fixiert sind".

Zu Weihnachten erhielt Franziskus viele Glückwünsche. Dafür bedankte er sich am Stefanitag öffentlich. "In den vergangenen Tagen habe ich sehr viele Glückwünsche bekommen. Da ich nicht jedem Einzelnen antworten kann, drücke ich heute allen meinen aufrichtigen Dank aus, besonders für das Geschenk eurer Gebete", sagte das Kirchenoberhaupt.

Der Papst hatte am Christtag in seiner Botschaft zum Segen Urbi et orbi die Bedeutung des Dialogs in Zeiten der Pandemie hervorgehoben. "Unsere Fähigkeit zu sozialen Beziehungen wird auf eine harte Probe gestellt; es gibt die wachsende Tendenz, sich zu verschließen, alles allein machen zu wollen; man verzichtet darauf, hinauszugehen, einander zu begegnen und miteinander die Aufgaben zu erledigen. Auf internationaler Ebene besteht die Gefahr, dass die Bereitschaft zum Dialog fehlt", so der Papst. Die Pandemie führe dazu, Abkürzungen zu wählen, anstatt die längeren Wege des Dialogs zu beschreiten.

Quelle: Agenturen