APA - Austria Presse Agentur

OÖ-Wahl: Schlagabtausch über Plakate

08. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Vor der Landtagswahl in Oberösterreich fallen die Parteien vor allem wegen der hohen Plakatdichte im Bundesland auf. Thematisch sei aber noch Luft nach oben.

Nachdem FPÖ, SPÖ und Grüne bereits in den Intensivphase des oberösterreichischen Landtagswahlkampfs gestartet sind, folgen diese Woche NEOS und ÖVP. Thematisch hat der Wahlkampf aber noch nicht recht Fahrt aufgenommen. Corona wird weitgehend ausgespart, die Parteien bedienen ihre Klassiker, sachliche Auseinandersetzungen sind spärlich. Zuletzt lieferten sich Grüne und ÖVP bis hinauf zu Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger einen Schlagabtausch zum Pflanzenschutz.

Corona kaum Thema

Die ÖVP plakatiert Schlagworte wie "Mut" oder "Hausverstand", die FPÖ bemüht "Sicherheit" und "Heimat", die SPÖ setzt auf ihre Klassiker Pflege, Bildung und Arbeit. Die Grünen sind ganz auf das Klima fokussiert und leihen sich dazu auch schon mal den "Heimat"-Begriff, die NEOS thematisieren Kinderbetreuung - ohne viel Resonanz bei den anderen zu finden. In Sachen Corona halten sich alle zurück.

Die Grünen, die eine Partnerschaft mit der ÖVP anpeilen, haben nun offenbar bei der Volkspartei einen wunden Punkt getroffen: Das Plakat mit dem Titel "Bio oder Gift?" - abgebildet ist eine Gestalt mit Schutzausrüstung und Pflanzenschutz-Spritze - ist für Köstinger "respektlos, primitiv und populistisch" und eine "Pauschale Verunglimpfung" der Landwirte ,weshalb es aus dem Verkehr gezogen werden solle. Oberösterreichs schwarzer Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer sieht darin gar "Gift für den Zusammenhalt in Oberösterreich". Grünen-Spitzenkandidat Stefan Kaineder reagierte mit einem Video, indem er von "bewusster Fehlinterpretation seitens der ÖVP" spricht. So wolle seine Partei mit dem Plakat "multinationale Agro-Chemie-Konzerne" an den Pranger stellen und nicht "die konventionelle heimische Landwirtschaft" diskreditieren.

Abgesehen von derartigen Scharmützeln plätschert der Wahlkampf ruhig dahin. Die Dichte der Plakate an den Straßenrändern ist ebenso hoch wie jene der Politikertermine. Ein zentrales Wahlkampfthema, an dem keine Partei vorbeikommt, hat sich aber noch nicht herauskristallisiert. Am ehesten Potenzial dazu könnten Bodenversiegelung, Verkehr oder Klimaschutz sowie - je nach weiterer Entwicklung in Afghanistan - die Asyldebatte oder bei steigenden Infektionszahlen doch die Corona-Pandemie entwickeln.

Quelle: Agenturen / pea