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Österreichischer KFOR-Soldat an Corona erkrankt

19. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Ein österreichischer Friedenssoldat im Kosovo ist an Covid-19 erkrankt. Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Michael Bauer, der APA am Sonntag auf Anfrage mit. "Beim österreichischen Kontingent gibt es einen Erkrankten", sagte Bauer. Er äußerte sich, nach dem die KFOR den Tod von zwei zivilen Mitarbeitern und die Infektion mehrerer KFOR-Soldaten bekannt gegeben hatte.

Ein österreichischer Friedenssoldat im Kosovo ist an Covid-19 erkrankt. Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Michael Bauer, der APA am Sonntag auf Anfrage mit. "Beim österreichischen Kontingent gibt es einen Erkrankten", sagte Bauer. Er äußerte sich, nach dem die KFOR den Tod von zwei zivilen Mitarbeitern und die Infektion mehrerer KFOR-Soldaten bekannt gegeben hatte.

Österreich zählt mit rund 300 Soldaten zu den größten Truppenstellern des NATO-geführten Einsatzes. Der Einsatz im Kosovo ist der größte Auslandseinsatz des österreichischen Bundesheeres. Insgesamt hat die KFOR rund 3.500 Soldaten.

Der erkrankte Bundesheersoldat werde am Dienstag oder Mittwoch nach Österreich ausgeflogen, sagte Bauer. Dabei handle es sich um eine "reine Vorsichtsmaßnahme", weil die medizinische Versorgung in Österreich besser sei als im Kosovo. Bauer verneinte die Frage, ob alle rund 300 österreichischen KFOR-Soldaten nun auf das Coronavirus getestet worden seien. Man habe aber alle Personen im Umfeld des Erkrankten separiert und unter Quarantäne gestellt.

Der Sprecher wies darauf hin, dass das Bundesheer erst diese Woche alle Angehörigen von Risikogruppen von Auslandseinsätzen zurückgeholt habe. Diese Maßnahme habe sich "als goldrichtig erwiesen". Es seien jetzt nur noch körperlich fitte und jüngere Soldaten bzw. solche ohne Vorerkrankungen im Einsatz.

Das KFOR-Hauptquartier hatte am Sonntag den Tod von zwei zivilen Mitarbeitern der Friedenstruppe sowie die positive Testung einer nicht näher genannten Anzahl von KFOR-Angehörigen bekannt gegeben. Die Internetseite der Tageszeitung "Koha Ditore" berichtete unter Berufung auf KFOR-Quellen, dass einer der gestorbenen Zivilisten ein 70-jähriger Kosovare war. Er war im US-Camp Bondsteel im Osten des Balkanlandes beschäftigt.

Vor der jüngsten Rotation hatte das Bundesheer besondere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. So wurden die Soldaten nur in kleineren Gruppen von maximal 40 Personen in den Kosovo geflogen. Die rund 200 Soldaten mussten vorher in häuslicher Quarantäne sein und wurden direkt vor dem Abflug untersucht, auch die heimkehrenden Soldaten wurden in häusliche Quarantäne geschickt. Die im Kosovo dienenden Soldaten wurden gefragt, ob sie ihren Einsatz verlängern wollen, damit die Rotation möglichst gering ausfällt.

Das Bundesheer hatte in der Coronakrise bereits eine Reduktion seiner Präsenz im Ausland um etwa zehn Prozent verfügt. Derzeit befinden sich rund 700 Soldaten im Auslandseinsatz, 302 im Kosovo, 187 in Bosnien-Herzegowina und 181 im Libanon. Eine zweistellige Anzahl an Bundesheersoldaten gibt es noch in Afghanistan (15) und Mali (12).

Insgesamt stehen nach Angaben vom vergangenen Dienstag 1.466 Soldaten für Auslandseinsätze bereit. Die Hälfte ist vor Ort, die andere Hälfte sind nationale Verstärkungskräfte bzw. internationale Reserven (EU-Battlegroups) in den Heimatgarnisonen auf Abruf. Sie können innerhalb kurzer Zeit in die Einsatzräume verlegt werden.

Quelle: Agenturen