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Österreich nicht zu Luftabwehr-Initiative eingeladen

15. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Österreich hat keine Einladung zur sogenannten Sky Shield Initiative, also dem gemeinsamen geplanten Luftabwehrsystem der europäischen NATO-Länder, erhalten. "Nach unseren aktuellen Informationen gibt es derzeit lediglich eine multilaterale Absichtserklärung im Rahmen eines NATO-Verteidigungsministertreffens", erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) laut einer Sprecherin auf APA-Anfrage. Gleichzeitig erwartet sie eine Diskussion auf EU-Ebene über den Schild.

"In Österreich haben wir diesbezüglich keine Einladung erhalten", sagte Tanner am Freitag. "Was aber nicht heißt, dass wir das Thema nicht auf der EU-Ebene diskutieren werden. Es ist erwartbar, dass es auch hier ein Thema werden wird."

Die Verteidigungsminister europäischer NATO-Staaten hatten sich am Donnerstag auf den Aufbau eines gemeinsamen Luftabwehrsystems verständigt. Die Initiative ging von Deutschland aus. Beteiligt sind demnach Großbritannien, die Slowakei, Norwegen, Lettland, Ungarn, Bulgarien, Belgien, Tschechien, Finnland, Litauen, die Niederlande, Rumänien und Slowenien. Außerdem will nach Angaben von Diplomaten auch Estland mitmachen.

Der österreichische Militärexperte Franz-Stefan Gady forderte eine Teilnahme Österreichs. "Österreich sollte sich an der Sky Shield Initiative beteiligen", erklärte Gady vom Institute for International Strategic Studies in London via Twitter. "Vor allem wenn wir tatsächlich in den kommenden Jahren 2 Milliarden für ein neues eigenes Flugabwehrsystem mittlerer Reichweite ausgeben werden."

Die European Sky Shield soll angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine helfen, bestehende Lücken im derzeitigen Schutzschirm für Europa zu schließen. Defizite gibt es dort beispielsweise im Bereich ballistischer Raketen, die auf ihrer Flugbahn große Höhen erreichen, aber auch bei der Abwehr von Drohnen und Marschflugkörpern. Über die Initiative sollen nun unter anderem gemeinsam neue Waffensysteme eingekauft werden.

Quelle: Agenturen