Oberösterreichische Ordensspitäler: Wieder Streik in Sicht
Die Arbeitnehmer hatten zuletzt akzeptiert, dass die Arbeitgeber den Gehaltsabschluss des öffentlichen Dienstes (3,3 Prozent) übernehmen wollen, verlangen aber eine Arbeitszeitverkürzung, schrittweise auf eine 37-Stunden-Woche bis 2028. Ursprünglich hatten sie einen Abschluss in Höhe der Inflation und die stufenweise Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden gefordert.
Die Arbeitgeber hätten aber am Dienstag kein neues Angebot vorgelegt, kritisierte die Gewerkschaft vida in einer Aussendung. Vor allem hätten sie "keinerlei Bewegung in der zentralen Frage der Entlastung durch Arbeitszeitverkürzung" gezeigt. Daher laufen die Vorbereitungen für einen neuerlichen Streik. Aber "wenn die Arbeitgeber endlich ernsthaftes Interesse an einer Lösung zeigen, sind wir natürlich gesprächsbereit. Dafür braucht es allerdings echte Vorschläge statt leerer Worte" so vida-KV-Verhandlerin Martina Reischenböck.
Spitäler: "Faires Angebot"
Die Ordensspitäler hätten "ein gutes und faires Angebot" vorgelegt, beteuerten diese ihrerseits in einer Presseaussendung am Dienstag. Der für alle Mitarbeitenden geltende Zeitbonus reduziere die Wochenarbeitszeit bereits auf rund 39 Stunden. Zudem beinhalte das Angebot weitere arbeitszeitreduzierende Maßnahmen. Die neuerliche Entscheidung zum Streik bedauere man und bereite sich bestmöglich darauf vor, die Versorgung in allen Einrichtungen sicherzustellen, insbesondere bei Notfällen. Von vereinzelten Einschränkungen Betroffene werden persönlich informiert, hieß es.
Bei der Gewerkschaft vertritt man die Ansicht, dass eine tragfähige Lösung nicht ohne das Eingreifen des Landes Oberösterreich zustande kommen könne, das die Ordensspitäler maßgeblich finanziere. Die für Gesundheit zuständige Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) dürfe sich "nicht länger wegducken", so Reischenböck.
Auch Grüne sehen Arbeitgebern und Land am Zug
"Die Arbeitgeber-Seite hat heute das gleiche, unveränderte Angebot vorgelegt. Das ist im Grunde eine Provokation und macht eine Einigung unmöglich. Die wird's aber nur geben, wenn auf die berechtigten Anliegen der Beschäftigten viel deutlicher eingegangen wird. In der einen Hand haben es die Arbeitgeber, in der anderen die Landesverantwortlichen", reagierte die Grüne Gesundheitssprecherin im Landtag, Brigitte Huber-Reiter.
Die nächste und damit siebente Verhandlungsrunde ist für 12. März geplant.
Zusammenfassung
- Nach einer ergebnislosen sechsten Verhandlungsrunde plant das nicht ärztliche Personal der oberösterreichischen Ordensspitäler am 3. März erneut einen Streik, nachdem bereits am 22. Jänner an sieben von acht Häusern gestreikt wurde.
- Die Beschäftigten akzeptieren eine Gehaltserhöhung von 3,3 Prozent, fordern aber weiterhin eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung auf 37 Stunden pro Woche bis 2028, während die Arbeitgeber laut Gewerkschaft kein neues Angebot vorgelegt haben.
- Die Ordensspitäler betonen, ihr Angebot reduziere die Wochenarbeitszeit durch einen Zeitbonus bereits auf rund 39 Stunden, und bereiten sich darauf vor, die Versorgung – insbesondere bei Notfällen – im Streikfall sicherzustellen.
