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Nukleare Sicherheit: Ukraine sucht Hilfe bei Atombehörde

02. März 2022 · Lesedauer 2 min

Die Ukraine hat von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) dringende Hilfe für die Sicherheit ihrer Nuklearanlagen angefordert. Das berichtete IAEA-Chef Rafael Grossi am Mittwoch bei einer Sondersitzung seiner Behörde in Wien. Welche Unterstützung im Zuge der russischen Invasion konkret gefordert wurde, sagte er nicht.

Grossi berichtete auch, dass russische Einheiten nach Angaben aus Moskau das Gebiet um das Atomkraftwerk Saporischschja - das größte ukrainische AKW - unter ihre Kontrolle gebracht hätten.

In der Ukraine sind 15 Kernreaktoren in vier Kraftwerken in Betrieb. Grossi warnte deshalb erneut vor der Gefahr eines Atomunfalls im Zuge der Kampfhandlungen. "Die Sicherheit der Atomanlagen und Menschen in der Ukraine kann am besten gewahrt werden, wenn dieser bewaffnete Konflikt jetzt endet", sagte der Generaldirektor.

Strahlung in Tschernobyl bisher keine Gefahr

Bisher sind bei zwei Atommüll-Lagern in Folge des Krieges Schäden ohne Austritt von radioaktiver Strahlung gemeldet worden. Bei der Einnahme des Unfallreaktors Tschernobyl durch russische Truppen wurde vergangene Woche radioaktiv belastete Erde aufgewirbelt. Die erhöhten Strahlungswerte in Tschernobyl sind nach Angaben der IAEA aber immer noch so niedrig, dass sie trotz der Bewegung russischer Militärfahrzeuge an Ort und Stelle keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen.

Laut Angaben aus Moskau und Kiew laufen Saporischschja und die anderen AKWs normal weiter. Grossi wies jedoch darauf hin, dass für den sicheren Betrieb von Atomanlagen auch die Sicherheit des Personals garantiert werden muss. Die Mitarbeiter dürften deshalb keinesfalls unter Druck gesetzt werden. "Das kann zu Fehlern führen", warnte er.

Grossi sagte erneut, dass es keinerlei Hinweise gebe, dass die Ukraine ziviles Atom-Material für die Entwicklung von Atomwaffen abgezweigt habe. Russlands Präsident Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow hatten Kiew vorgeworfen, nach eigenen Atomwaffen zu streben.

Quelle: Agenturen / pea