APA - Austria Presse Agentur

Nordkorea-USA: Vom Gipfeltreffen zur "Verzweiflung"

12. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Nordkorea hat seine "Verzweiflung" über den aktuellen Zustand der Beziehungen zu den USA bekundet. Noch vor zwei Jahren haben wurde über die Denuklearisierung Nordkoreas verhandelt. Wie konnte es dazu kommen und was steckt hinter Pjöngjangs Rhetorik?

Die Regierung in Pjöngjang spricht von "Verzweiflung". Nordkorea glaubt nicht, dass sich das Verhältnis durch eine Aufrechterhaltung der Beziehung zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump verbessern könnte. Im Gegenteil: Es gebe sogar eine "rasch fortschreitende Verschlechterung", sagt Außenminister Ri Son Gwon gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Nordkorea wolle sich künftig besser gegen militärische Bedrohungen der USA wappnen.

2018 haben Trump und Kim bei einem Gipfeltreffen noch über die Denuklearisierung Nordkoreas verhandelt. Mehr noch, Kim hatte eine vollständige Denuklearisierung seines Landes in Aussicht gestellt. Trump rühmte sich mit dem vermeintlichen Erfolg, die nukleare Bedrohung Nordkoreas gebannt zu haben.

Tatsächlich hat das Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump aber nur wenig gebracht. Die getroffene Vereinbarung blieb vage und Nordkorea hat sein Nuklearprogramm nie aufgegeben. Das zweite Gipfeltreffen im Februar 2019 scheiterte. Seither stehen die Verhandlungen über das Atomprogramm still.  

Nordkorea pocht auf Selbstverteidigung

Für Nordkorea stellt die Regierung in Washington eine langfristige Bedrohung dar. Die Rhetorik, sich gegen die USA verteidigen zu wollen, ist nicht neu. Immer wieder hat das Regime in Pjöngjang betont, seine Souveränität schützen zu wollen und auf sein Recht zur Selbstverteidigung gepocht. Dieses Ziel will Nordkorea mit einer Politik der Abschreckung erreichen. Dazu gehören Provokationen und eine aggressive Rhetorik.

In der aktuellen Ausgabe des US-Außenpolitik-Journals "Foreign Affairs" schreibt die Nordkorea-Analystin Jung H. Pak, die USA müssten Nordkorea davon überzeugen, dass Nuklearwaffen ein nicht akzeptables Risiko darstellen würden und den Frieden in der Region gefährdeten. 

Laut Jung H. Pak brauche es dafür eine disziplinierte US-Führung und eine starke internationale Koalition. Die Sanktionen gegen Nordkorea müssten wieder konsequent umgesetzt werden. Dennoch müssten die USA die Türe für Gespräche mit Nordkorea offen halten. Pak schlägt außerdem vor, die USA sollten Fünf-Parteien-Gespräche mit China, Japan, Russland und Südkorea aufnehmen. 

Bleibt abzuwarten ob die USA diese Rolle einnehmen werden. Den beiden Gipfeltreffen war ein heftiger Schlagabtausch zwischen Nordkorea und den USA, geprägt von gegenseitigen Drohungen und Beleidigungen, vorausgegangen.

 

Soraya PechtlQuelle: Agenturen / Redaktion / spe