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Nordkorea gibt Sprengung des Verbindungsbüros zu

Juni 16, 2020 · Lesedauer 3 min

Die Nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA bestätigt die Sprengung.

Nordkorea hat das gemeinsame innerkoreanische Verbindungsbüro in der Grenzstadt Kaesong gesprengt. Die Nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA bestätigt das am Dienstag. Die Sprengung sei um 14:50 Uhr (Ortszeit) erfolgt. Pjöngjang begründet die Aktion  damit, den "menschlichen Abschaum und jene, die den Abschaum geschützt haben, für ihre Verbrechen zu bestrafen". Das Verbindungsbüro diente als wichtiger Kommunikationskanal zwischen beiden Staaten.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte bereits zuvor berichtet, bei Kaesong, sei nach einer Explosion Rauch aufgestiegen.

Drohung mit Militäraktion

Die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong-un hatte vor einigen Tagen mit einer Militäraktion gegen Südkorea gedroht - und dabei auch das Verbindungsbüro in Kaesong erwähnt. "In Kürze wird eine tragische Szene des komplett eingestürzten, nutzlosen Nord-Süd-Verbindungsbüros zu sehen sein", erklärte Kim Yo -jong am Samstag. Zudem hatte die kommunistische Regierung in Pjöngjang angekündigt, alle Kontakte abzubrechen.

Am Dienstag drohte die nordkoreanische Armee mit einer Militäraktion. Die nordkoreanische Armee sei "voll einsatzbereit", erklärte der Generalstab der Koreanischen Volksarmee. Wegen einer Verschlechterung der innerkoreanischen Beziehungen werde bereits ein "Aktionsplan" geprüft, um "die Frontlinie in eine Festung zu verwandeln", wurde die Armeeführung von den Staatsmedien zitiert. Die Armee will demnach wieder Soldaten in Gebiete schicken, die nach einem Abkommen zwischen beiden Ländern entmilitarisiert wurden.

Südkoreanische Medien spekulierten, Nordkorea könnte unter anderem wieder Soldaten in das Gebiet um Kaesong schicken. Dort hatten beide Länder bis 2016 einen gemeinsamen Industriekomplex betrieben. Vor der Öffnung des Industrieparks 2004 waren auf dem Gelände Soldaten stationiert gewesen.

Spannungen nehmen zu

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel schaukeln sich derzeit wieder hoch. Nordkorea fühlte sich zuletzt durch eine neue Propagandaflugblatt-Aktion südkoreanischer Aktivisten provoziert. Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte bereits unter anderem mit dem Rückzug aus einem bilateralen Militärabkommen von 2018 über vertrauensbildende Maßnahmen und auch mit der Schließung des Verbindungsbüros gedroht. Auch kappte Nordkorea die Kommunikationsleitungen zum Süden.

Nordkorea wirft der Regierung in Seoul vor, die Flugblattaktionen südkoreanischer Aktivisten und nordkoreanischer Flüchtlinge an der Grenze zu tolerieren. Ende Mai hatten sie mit Ballons etwa eine halbe Million Flugblätter, die sich gegen die autokratische Führung in Pjöngjang richten, über die Grenze geschickt. Die südkoreanische Regierung wirft den betreffenden Organisationen vor, ihrerseits Spannungen auf der Halbinsel zu erzeugen. Am Dienstag drohte die nordkoreanische Armee ihrerseits mit einer "großangelegten Flugblattaktion".

Die innerkoreanischen Beziehungen sind seit dem gescheiterten Gipfel Nordkoreas mit den USA im Februar vergangenen Jahres zum Erliegen gekommen. Experten vermuten, dass Nordkorea mit einer Eskalation des Konflikts mit Südkorea den Druck auf die USA erhöhen will.

Quelle: Agenturen / Redaktion / spe