APA/Deutsche Presse-Agentur GmbH/Christoph Schmidt

"Nicht zu Ende gedacht": Kritik an Einigung auf emissionsfreie Neuwagen

28. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Dass sich die EU-Staaten und das Europaparlament darauf geeinigt haben, ab 2035 nur mehr emissionsfreie Neuwagen zuzulassen, stößt auf Kritik.

"Aus unserer Sicht ist diese Entscheidung nicht zu Ende gedacht", hält Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, in einer Aussendung fest. "Daher gehen wir davon aus, dass sie 2026 nach einer neuerlichen Überprüfung revidiert werden muss."

E-Mobilität für Klimaziele nicht ausreichend

Bis dahin würde man erkennen, dass die E-Mobilität alleine nicht ausreichen werde, um die Klimaziele 2030 zu erreichen. Bis dahin alleine in Österreich an die 2,5 Millionen Elektroautos zugelassen sein, merkte der ÖAMTC an. Die Politik müsste zudem Autos mit Verbrennungsmotoren so weit verteuern, dass bis zu einem Drittel der Pkw in Österreich stehen bleiben müsste. Ein Verbot der Verbrennungsmotoren ab 2035 würde für viele Menschen die Mobilität wesentlich einschränken, argumentierte Wiesinger.

"Einäugige Bewertung" der Problematik

Die eFuel Alliance, die für den Einsatz von umweltfreundlich erzeugten, synthetischen Kraftstoffen eintritt, sieht hier ebenfalls eine Fehleinschätzung: "Dies zeigt, dass der gestrige Beschluss zwar ein langwieriges umstrittenes Rechtssetzungsverfahren abschließt, inhaltlich aber auf tönernen Füßen steht", kommentiert Stephan Schwarzer, Geschäftsführer der eFuel Alliance Österreich. "Das Bauchweh mit der einäugigen Bewertung ist im Rechtstext selbst abzulesen, denn 2026 soll überprüft werden, ob mit klimaneutralen eFuels betriebene Pkw nicht doch auch noch nach 2035 zugelassen werden sollen", wird er in Aussendung der eFuel Alliance zitiert.

FPÖ: "Völlig unrealistisch"

Aber auch seitens der FPÖ wird Kritik laut: "Das geplante Verbot des Verbrennungsmotors ab 2035 ist ein schwerer Fehler", erklärte der freiheitliche Europaparlamentarier Roman Haider anlässlich der Trilogverhandlungen über das Verkaufsverbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotoren ab 2035. Gerade angesichts der Energiekrise müsse sich Europa im Sinne der Technologieneutralität alle Optionen offenhalten.

"Es ist völlig unrealistisch, dass E-Mobilität bis 2035 den Verbrennungsmotor ersetzen kann. Das geht sich einfach nicht aus", stellte Haider fest. "Der einzige Weg, eine umweltgerechte Mobilität aufrecht zu erhalten, ist in die Weiterentwicklung von Motoren und alternativen Treibstoffen wie Wasserstoff und E-Fuels zu investieren", meldete sich FPÖ-Verkehrssprecher Christian Hafenecker ebenfalls mit einer Aussendung zu Wort.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp