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NGOs rufen EU zu Rettungsaktion im Mittelmeer auf

03. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Hilfsorganisationen SOS Mediterranee, Ärzte ohne Grenzen (MSF) und Sea Watch fordern den Start einer Such- und Rettungsaktion unter europäischer Führung im zentralen Mittelmeer, um weitere Todesfälle von Migranten zu verhindern. In fünf Tagen haben die Rettungsschiffe der drei NGOs 16 Migrantenboote aus Seenot gerettet. In der Woche hatte das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" fünf Boote mit insgesamt 444 Menschen in Sicherheit gebracht.

"Ohne die Präsenz ziviler Such- und Rettungsschiffe im zentralen Mittelmeer wären Kinder, Frauen und Männer in den internationalen Gewässern vor Libyen ihrem Schicksal überlassen worden. Obwohl wir immer versucht haben, unsere Einsätze zu koordinieren, wie es das Seerecht vorschreibt, haben die libyschen Marinebehörden fast nie geantwortet und damit ihre rechtliche Verpflichtung zur Koordinierung der Hilfe vernachlässigt", schrieben die NGOs in einer Presseaussendung. Wenn die libyschen Behörden eingreifen und Boote in Seenot abfangen, führen sie die Überlebenden systematisch und zwangsweise nach Libyen zurück, ein Land, das nach Ansicht der UNO nicht als sicherer Hafen gelten kann", hieß es.

"Angesichts des Bedarfs reicht es nicht mehr aus, einfach nur die Lücken der Institutionen bei der Durchführung von Such- und Rettungsaktionen zu füllen. Die Erhöhung der Einsatzkapazitäten im zentralen Mittelmeerraum ist eine absolute Notwendigkeit", sagte Juan Matias Gil, Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen.

Während die "Sea-Watch 3" am 30. Juli die Ausschiffung von 438 Personen im Hafen von Tarent abgeschlossen hat und die "Ocean Viking" am 1. August 387 Frauen, Kinder und Männer in Salerno an Land gebracht hat, wartet die "Geo Barents" immer noch auf eine Lösung für die vor sieben Tagen geretteten Überlebenden. An Bord der "Geo Barents" befinden sich 660 Migranten.

Quelle: Agenturen