Newsroom LIVE am Mittwoch mit Gerhard Mangott

06. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Im Newsroom LIVE am Mittwoch ist der Politikwissenschafter Gerhard Mangott zu Gast. Er spricht unter anderem über die Szenarien und Auswirkungen einer möglichen Ölblockade von Kasachstan durch Russland.

Kasachstan ist Österreichs größter Erdöl-Lieferant. Russland erzwang die Einstellung eines Terminals im Schwarzen Meer für 30 Tage. OMV und Regierung beruhigen aber. Die Versorgungssicherheit sei "nicht beeinträchtigt".

OMV gelassen 

"Sollte es zu Lieferunterbrechungen kommen, betrifft dies die OMV derzeit gar nicht", sagte OMV-Sprecher Andreas Rinofner. Der Grund dafür ist, dass die OMV nach dem Unfall in der Raffinerie Schwechat ohnehin nur sehr eingeschränkt Rohöl verarbeiten kann. Nach der Reparatur geht Rinofner davon aus, dass man das Öl aus Kasachstan wenn nötig am Markt anderweitig ersetzen wird können.

Regierung beruhigt 

Auch die Regierung beruhigt: Laut erster Einschätzung sei die Versorgungssicherheit in Österreich "nicht beeinträchtigt". Am Weltmarkt sei genug Öl verfügbar, erklärte Ministerin Leonore Gewessler (Grüne). Der Erdölmarkt sei vielfältigerer und flexiblerer als der Gasmarkt. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) kritisierte, Russland "entdeckt jetzt hier die Umweltpolitik", um wieder ein "Drohszenario" zu zeichnen. "Kann man glauben: Zufall - ich glaub's nicht", meinte Nehammer. Es handle sich um ein "Mittel der Einschüchterung" gegenüber der EU, man dürfe sich durch solche "Drohgebärden" nicht verunsichern lassen.

Kasachstan klagt

Was die Öllieferungen aus Kasachstan betrifft, hieß es in einer Stellungnahme der Betreibergesellschaft Caspian Pipeline Consortium (CPC), man sei "gezwungen, das Gerichtsurteil umzusetzen", werde aber dagegen klagen. Nach offiziellen Angaben ist die Dokumentation beim Notfallplan für die Beseitigung eventueller Ölunfälle unvollständig. Ursprünglich hatten die Behörden CPC bis zum 30. November Zeit gegeben, die Verstöße zu beseitigen, doch in einer Gerichtsverhandlung am Dienstag forderte die regionale Transportaufsicht überraschend die Schließung des Terminals - und erhielt Recht.

Über das Terminal in der südrussischen Hafenstadt Noworossijsk fließen 80 Prozent des aus Kasachstan exportierten Öls - Kasachstan hat keinen eigenen Zugang zu den Weltmeeren. Die Umschlagskapazität liegt bei 67 Millionen Tonnen Öl pro Jahr. Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hatte zuletzt der EU angeboten, mehr Öl und Gas nach Europa zu liefern, um die Energiesicherheit des Kontinents trotz des Ukraine-Kriegs und den damit zusammenhängenden Sanktionen gegen Russland zu gewährleisten. Kasachstan hat die Unabhängigkeit der von Moskau protegierten Separatistenrepubliken im Osten der Ukraine nicht anerkannt.

Die aktuelle Lage analysiert im Newsroom LIVE bei PULS 24 Anchorwoman Sabine Loho der Politikwissenschaftler Gerhard Mangott.

Newsroom LIVE um 19.55 Uhr auf PULS 24 und im Livestream.

Quelle: Redaktion / foj