Neuwirth: "Diese Entwicklung ist fast das Schlimmste was passieren kann"

03. März 2021 · Lesedauer 2 min

Statistiker Erich Neuwirth zeigt sich im PULS 24 Interview besorgt über die wieder exponentiell steigenden Infektionszahlen und die Reaktion der Politik darauf.

"Was wir sehen, ist, dass es seit 14. Februar ungefähr einen Anstieg von 25 Prozent pro Woche gibt", warnte Statistiker Erich Neuwirth am Mittwoch im Interview mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros. Wenn das so weitergehe, sei man sehr schnell wieder österreichweit auf der 7-Tage-Inzidenz von 400, "was ja als kritischer Wert ausgegeben wurde", so Neuwirth.

Bei den ersten Lockerungen für Handel und Schulen habe die Politik gesagt, falls die Zahlen steigen, werde man Maßnahmen überlegen müssen. "Jetzt steigen die Zahlen und wir überlegen weitere Lockerungen. Das scheint mir etwas inkonsistent", so der Statistik-Professor im Ruhestand.

"Dann haben wir ein ernsthaftes Problem"

Für eine Einschätzung, ob die steigenden Infektionszahlen mit den Virusmutationen oder mit der höheren Zahl an Test zu tun hat, fehle es aktuell noch an Daten, erklärte Neuwirth. Das sei großteils dem Meldesystem in den Bundesländern geschuldet. Falls die Infektionszahlen auf mehr Test zurückzuführen sei, dann sei das nicht problematisch. "Wenn es aber darauf zurückzuführen ist, dass das vor allem auf die sich schneller verbreitenden Virusvariante zurückgeht, dann haben wir ein ernsthaftes Problem", so Neuwirth.

Die aktuellen Infektionszahlen würden vor allem eines zeigen: "Wir haben jetzt einen exponentiellen Trend, und zwar durchgehend seit 12. Februar", so Neuwirth. Diese Entwicklung sei "fast das Schlimmste, was passieren kann". "Wenn wir diese Entwicklung ungebremst weiter lassen, dann haben wir wohl bald wieder ein Problem mit den Spitälern und auch mit vermehrten Todesfällen", warnte der Statistiker.

Quelle: Redaktion / hos