Neue Proteste an iranischer Elite-Universität
Augenzeugen in Teheran bestätigten die neuen Proteste an der Sharif-Universität, die als Elite-Hochschule gilt. Bereits bei früheren Protestwellen, etwa während der "Frau, Leben, Freiheit"-Bewegung, war es dort zu größeren Demonstrationen gekommen.
Auf Videos des bekannten "Amirkabir"-Kanals, der im vergangenen Jahr mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde, waren Menschenmassen auf dem Campus zu sehen. "Lang lebe der Schah", war auf einem Video zu hören - eine Anspielung auf Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schah, der inzwischen im Ausland zu einer der bekanntesten Oppositionsfiguren aufgestiegen ist.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr beginnt am Samstag mit gut einem Monat Verzögerung an zahlreichen Universitäten des Landes das neue Semester. Die Hochschulen hatten ihren Betrieb infolge der Massenproteste Anfang Jänner zunächst eingestellt. Nachdem die Behörden den weltweiten Internetzugang im Land für gut drei Wochen abgeschaltet hatten, nahmen einige Universitäten kürzlich den Lehrbetrieb mit Online-Veranstaltungen wieder auf.
Der iranische Sicherheitsapparat hatte die jüngsten Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7.000 Menschen ums Leben, unter ihnen auch mehr als 200 Staatskräfte. Die jüngsten Demonstrationen, ausgelöst zunächst durch die massive Wirtschaftskrise, waren die schwersten seit Jahren.
Zusammenfassung
- Mit Beginn des neuen Semesters kam es an der Sharif-Universität in Teheran zu neuen Protesten gegen das autoritäre System, bei denen Studierende Protest-Slogans riefen und es zu Zusammenstößen mit den Basij-Einheiten kam.
- Die Hochschulen im Iran öffneten nach etwa einem Monat Verzögerung wieder, nachdem sie ihren Betrieb wegen der Massenproteste Anfang Jänner eingestellt und die Behörden das Internet landesweit für rund drei Wochen abgeschaltet hatten.
- Laut Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA wurden bei den jüngsten Protesten über 7.000 Menschen getötet, darunter mehr als 200 Staatskräfte, was die schwersten Unruhen seit Jahren markiert.
