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Nationales Impfgremium: Kritik an mangelnder Transparenz

26. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Das nationale Impfgremium steht laut Medienberichten wegen mangelnder Transparenz in Kritik. Etwaige Interessenskonflikte der Experten bleiben hierzulande unter Verschluss, während in Deutschland offen damit umgegangen wird.

Was in Österreich das nationale Impfgremium ist, ist in Deutschland die ständige Impfkommission, kurz Stiko. In beiden Gremien sitzen Impfstoffexperten, die u.a. Impfempfehlungen ausgeben und die Regierungen beraten. Große Unterschiede scheint es allerdings im Umgang mit möglichen Interessenskonflikten der Gremiumsmitglieder zu geben.

Befangenheiten offengelegt

Um den Unterschied sichtbar zu machen, wird im "Ö1-Morgenjournal" die Impfstoffexpertin Ursula Wiedermann-Schmidt herangezogen. Wiedermann-Schmidt ist sowohl Stiko-Mitglied am Robert-Koch-Institut (RKI) als auch im österreichischen Gremium. Im Zuge ihrer Berufung an das deutsche Gremium, veröffentlichte das RKI sieben mögliche Interessenskonflikte.

Damit gemeint sind beispielsweise Arbeiten mit Impfstoffherstellern oder finanzielle Zuschüsse der Pharmafirmen. Wer bei einem Produkt als befangen eingestuft wird, wird von Beratungen und Gesprächen zu und über dieses Vakzin ausgeschlossen. Im Fall von Widermann-Schmidt trifft dies auf keines der zugelassenen Corona-Impfstoffen zu, heißt es auf "Ö1".

Das Robert-Koch-Institut begründet die Offenlegung auf der eigenen Homepage wie folgt: "Im Interesse eines transparenten Entscheidungsprozesses und zur Stärkung des Vertrauens in eine von sachfremden Interessen unbeeinflusste Tätigkeit der STIKO werden die von den STIKO-Mitgliedern offengelegten Umstände auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht".

Veröffentlichung nicht angedacht

In Österreich hingegen werden diese Informationen derzeit unter Verschluss gehalten. Das Gesundheitsministerium versichert gegenüber "Ö1", dass es bei den Mitgliedern des nationalen Impfgremiums keine Interessenskonflikte gäbe.

In Österreich werden die Befangenheits-Gründe nicht veröffentlicht, man könne laut Geschäftsordnung diese nur nach Terminvereinbarung mit der Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit Katharina Reich einsehen, berichtet das Nachrichtenmagazin "News". "Aus aktueller Sicht" sei eine online Veröffentlichung laut Gesundheitsministerium nicht angedacht, heißt im "Morgenjorunal".

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea