Mutmaßliche Selbstmordanschläge in Nigeria - Über 20 Tote
Bei den nun erfolgten Explosionen handle es sich "nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen" um Selbstmordanschläge, erklärte die Polizei weiter. Getroffen wurden der wichtigste Marktplatz von Maiduguri, der Haupteingang des Universitätsklinikums und die Gegend nahe dem Postamt der Stadt. Laut einem Augenzeugen griff ein Attentäter nahe dem Postamt gezielt Menschen an, die nach der Explosion auf dem Markt geflohen waren.
Nach dem mutmaßlichen Attentat wurden in einem Krankenhaus der Stadt dutzende Verletzte behandelt, berichtete ein AFP-Reporter. Auf der Straße vor dem Krankenhaus lagen mehrere von Tüchern bedeckte Leichen. Ein Kämpfer einer gegen die Jihadisten aktiven Miliz sprach AFP gegenüber von bis zu 31 Toten. Die Polizei erklärte weiter, es herrsche wieder "vollständige Normalität". Die Sicherheitskräfte hätten ihre Präsenz in Maiduguri und der Umgebung ausgebaut, um "weitere Vorfälle zu verhindern".
Im Dezember vergangenen Jahres war in Maiduguri ein Bombenanschlag auf eine Moschee verübt worden. Die Stadt war bis dahin weitgehend von den Angriffen jihadistischer Milizen verschont geblieben, die seit mehr als 15 Jahren den mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias erschüttern.
Erklärtes Ziel der Jihadisten ist es, einen eigenen Staat in Form eines Kalifats zu errichten. Bei den Kämpfen wurden insgesamt mehr als 40.000 Menschen getötet und rund zwei Millionen aus ihren Wohnorten vertrieben. In den vergangenen Wochen hatten die untereinander rivalisierenden jihadistischen Kämpfer der Milizen Islamischer Staat in Westafrika (ISWAP) und Boko Haram ihre Angriffe verschärft.
Zusammenfassung
- Bei mehreren mutmaßlichen Selbstmordanschlägen in Maiduguri im Nordosten Nigerias wurden laut Polizei mindestens 23 Menschen getötet und 108 weitere verletzt.
- Die Explosionen trafen am Montagabend den Hauptmarkt, das Universitätsklinikum und die Gegend nahe dem Postamt, wobei ein Attentäter gezielt flüchtende Menschen angriff.
- Die Polizei meldet wieder vollständige Normalität in der Stadt, während die Sicherheitskräfte ihre Präsenz erhöhten, um weitere Vorfälle zu verhindern.
