Mindestens ein Toter bei Kämpfen in Tripolis

11. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Drei Wochen nach einem gescheiterten Putschversuch ist es in Libyen erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen bewaffneter Gruppen gekommen. Bei den nächtlichen Auseinandersetzungen zwischen zwei einflussreichen Milizen aus dem Westen des Landes sei mindestens ein Kämpfer getötet worden, sagte ein Sicherheitsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Auf Vermittlung einer neutralen Militärbrigade kehrte am Samstag wieder Ruhe ein.

Ein AFP-Reporter berichtete von Schüssen und Explosionen in mehreren Stadtvierteln. Ein Bewohner sagte, derart schwere Kämpfe habe er in seinem Viertel seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr erlebt. Es entstand erheblicher Schaden, Zivilisten aber kamen laut dem Sicherheitsvertreter nicht ums Leben.

Im Mai hatte der Machtkampf der beiden rivalisierenden Regierungen in Libyen bereits schwere Kämpfe in Tripolis ausgelöst. Auslöser war der Versuch des vom Parlament in Tobruk ernannten Regierungschefs Fathi Bashagha, die Regierung von Abdulhamid al-Dbeibah aus Tripolis zu vertreiben. Nach wenigen Stunden zogen sich Bashagha und seine Minister aus der Stadt zurück.

Das Parlament hatte Bashagha am 10. Februar in der östlichen Stadt Tobruk an die Spitze einer Übergangsregierung berufen. Bashagha sollte Dbeibah ablösen, der seit 2020 die Regierung in Tripolis anführt. Dbeibah will die Macht jedoch nur an eine vom Volk gewählte Regierung abtreten. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 wird Libyen von Gewalt und Machtkämpfen erschüttert.

Quelle: Agenturen