Militärexperten: Reservisten erst in Monaten einsatzbereit

21. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Der russische Präsident Wladimir Putin hat in seiner letzten Rede eine Teilmobilmachung von 300.000 Reservisten angeordnet. PULS 24 Militärexperte Gerald Karner und Brigadier Philipp Eder schätzen diese Mobilisierung ein.

Laut dem Brigadier Philipp Eder, Abteilungsleiter Militärstrategie beim österreichischen Bundesheer, handelt es sich bei der Mobilisierung um Soldaten der russischen Föderation, die ihren Wehrdienst abgeleistet haben oder Teil der russischen Armee waren. Seiner Einschätzung nach, werden vor allem Soldaten einberufen, die vor kurzem ihren Wehrdienst beendet haben - also junge und fitte Personen, die lediglich "ein Update" benötigen. 

Monatelange Ausbildung

PULS 24 Militärexperte Gerald Karner ist anderer Meinung und sagt im PULS 24 Interview, dass "abgestuft einberufen" werde - also zunächst die Offiziere und Unteroffiziere. Die beiden Experten sind sich jedoch einig, dass die Teilmobilisierung keine schnelle Maßnahme sei. Viel mehr werde es Wochen bis Monate dauern bis die einberufenen Soldaten eingesetzt werden können. 

Der militärische Wert der Soldaten hänge laut Eder von "ihrem Ausbildungsstand und ihrer Fitness" ab. Karner ist nicht der Ansicht, dass die neuen Soldaten einen militärischen Nutzen haben werden. 

Russische Ausrüstung

In den nächsten Wochen werde man auch sehen, wie sich die Thematik der russischen Ausrüstung entwickeln wird. Laut Karner habe Russland bei dessen Ausrüstung schon schwere Verluste verzeichnen müssen. Daher sei es rätselhaft, mit welchen Waffen die neuen Soldaten ausgerüstet werden sollen und was das "russische Arsenal noch hergibt". Laut Eder gäbe es die Möglichkeit, dass Truppen an der chinesischen Grenze abgezogen und diese mit ihren moderneren Waffen in den Donbas geschickt werden. 

Astrid PozarekQuelle: Agenturen / Redaktion / poz