Meloni von Fake-Pornofotos von Politikerinnen "angewidert"
Auf der Seite findet man eine große Sammlung gestohlener Bilder aus Sozialen Netzwerken, die sowohl von unbekannten Frauen als auch von prominenten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens stammen. Betroffen sind auch Meloni selbst, ihre Schwester Arianna Meloni und Oppositionschefin Elly Schlein.
Die Fotos sind oftmals bearbeitet und mit vulgären Kommentaren versehen. Unter den dargestellten Politikerinnen, die auf der sexistisch geprägten und teils pornografischen Plattform "Phica.eu" aufgetaucht sind, finden sich auch Tourismusministerin Daniela Santanchè und Universitätsministerin Anna Maria Bernini sowie mehrere Ex-Ministerinnen. "Phica", mit F geschrieben, entspricht im Italienischen einem vulgären Slang-Ausdruck für die Vagina. Dutzende Frauen, deren Fotos auf der Webseite veröffentlicht wurden haben inzwischen Anzeige erstattet. Aufgrund des öffentlichen Drucks kündigten die Administratoren der Webseite an, dass sie diese schließen werden. Sämtliche Inhalte sollen entfernt werden.
"Es ist beschämend, dass im Jahr 2025 noch immer Menschen glauben, es sei normal und legitim, die Würde einer Frau mit sexistischen und vulgären Beleidigungen mit Füßen zu treten - und das auch noch feige, versteckt hinter Anonymität oder einer Tastatur", betonte Meloni in einem Gespräch mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" (Freitagsausgabe).
"Ich vertraue darauf, dass die zuständigen Behörden die Verantwortlichen so schnell wie möglich ermitteln und mit aller Härte bestrafen - ohne Nachsicht. In unserer Rechtsordnung ist die Verbreitung intimer Inhalte ohne Einwilligung ein Verbrechen und trägt den Namen ́Revenge Porn ́", erinnerte sie.
"Die aktuellen Schlagzeilen und die zunehmende Zahl an Fällen zeigen, dass dies nicht mehr nur aus 'Rache' geschieht. Der Schutz unserer Daten und unserer Privatsphäre ist heute wichtiger denn je. Denn ein intimer Inhalt kann in wenigen Augenblicken öffentlich werden - und ist oft nicht mehr aus dem Netz zu entfernen. Das kann das Leben eines Menschen zerstören - und auch das seiner Familie und Angehörigen."
"Ein Inhalt, den man für harmlos hält, kann in den falschen Händen zu einer furchtbaren Waffe werden. Und darüber müssen wir uns alle im Klaren sein", so Meloni weiter. "Persönliche Verantwortung, digitale Bildung und ein bewusster Umgang mit dem Internet und digitalen Werkzeugen - ebenso wie die sofortige Meldung an die Polizei und den Datenschutzbeauftragten im Verdachtsfall einer illegalen Verbreitung - sind der beste Schutz für uns selbst und unsere Mitmenschen", schloss die Ministerpräsidentin.
Zusammenfassung
- Mehrere italienische Politikerinnen, darunter Premierministerin Giorgia Meloni, ihre Schwester Arianna Meloni und Oppositionschefin Elly Schlein, sind Opfer gefälschter Pornofotos auf der sexistisch geprägten Webseite 'Phica.eu' geworden.