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Küstenwache kollidierte mit Flüchtlingsboot vor Chios

Heute, 06:19 · Lesedauer 2 min

Bei der Kollision eines Flüchtlingsbootes mit einem Schiff der griechischen Küstenwache sind 15 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich am Dienstag vor der Insel Chios in der Ägäis, wie die örtliche Küstenwache mitteilte. Ein Behördenvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Schlepper hätten ihr Boot in Richtung des Patrouillenschiffs gelenkt und so den Zusammenstoß verursacht.

Zuvor sei das Boot, das von der nahen türkischen Küste kam, zum Umkehren aufgefordert worden. Die genauen Umstände der Kollision ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Einsatzkräfte konnten nach Angaben der Küstenwache 25 Migranten retten. Eine Frau starb jedoch wenig später. Bei dem Vorfall wurden zudem zwei Beamte der Küstenwache verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Die Nationalität der Opfer war zunächst unklar. Eine Such- und Rettungsaktion in dem Seegebiet dauert an.

Griechenland ist für Menschen aus dem Nahen Osten, Afrika und Asien eines der wichtigsten Tore in die Europäische Union. Seit dem Amtsantritt der konservativen Regierung im Jahr 2019 hat das Land die Grenzkontrollen massiv verschärft. Athen steht wegen seines Umgangs mit Migranten international in der Kritik. Im Jahr 2023 starben Hunderte Menschen bei einem Schiffsunglück, nachdem die Küstenwache laut Zeugenaussagen versucht hatte, das Boot abzuschleppen. Die griechische Regierung weist Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen zurück.

Zusammenfassung
  • Bei einer Kollision eines Flüchtlingsboots mit einem Schiff der griechischen Küstenwache vor der Insel Chios in der Ägäis sind am Dienstag 15 Menschen ums Leben gekommen.
  • 25 Migranten konnten von Einsatzkräften gerettet werden, während eine Frau kurz darauf verstarb und zwei Beamte der Küstenwache verletzt ins Krankenhaus gebracht wurden.
  • Die genauen Umstände des Unglücks sind bislang nicht unabhängig überprüfbar, die Nationalität der Opfer ist unklar und eine Such- und Rettungsaktion läuft weiter.