Massendemo für inhaftierten Erdogan-Rivalen in Istanbul
Imamoglu war am 19. März 2025 kurz vor seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat der sozialdemokratischen Oppositionspartei CHP festgenommen worden. Am Montag vergangener Woche begann der Prozess gegen ihn, die Staatsanwaltschaft wirft Imamoglu insgesamt 142 Straftaten vor, darunter Korruption, Veruntreuung und Spionage. Kritiker werten die Vorwürfe gegen den 54-Jährigen als politisch motiviert.
Imamoglus Verhaftung wird als Versuch der religiös-konservativen Regierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gesehen, den aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten der größten Oppositionspartei daran zu hindern, bei der Präsidentschaftswahl 2028 anzutreten. Seine Festnahme löste in der Türkei die größte Protestwelle seit den sogenannten Gezi-Protesten von 2013 aus. Bei den Protesten wurden fast 2.000 Menschen festgenommen.
Zusammenfassung
- Tausende Menschen demonstrierten in Istanbul ein Jahr nach der Verhaftung des Bürgermeisters und Oppositionspolitikers Ekrem Imamoglu vor dem von der Polizei abgeriegelten Rathaus.
- Imamoglu wurde am 19. März 2025 kurz vor seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat der CHP festgenommen und steht nun wegen 142 Straftaten wie Korruption, Veruntreuung und Spionage vor Gericht.
- Die Proteste gegen seine Verhaftung gelten als die größten seit den Gezi-Protesten 2013, wobei fast 2.000 Menschen festgenommen wurden.
