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Polascheks Nachfolger ruft zur Demo gegen ihn auf

11. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Universitäten warnen, dass sie durch die Teuerungen finanziell ausgehungert würden. Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) meint, das aktuelle Budget sei ausreichend und will nicht nachverhandeln. Deshalb ruft nun auch Polascheks Nachfolger als Rektor der Uni Graz zur Demo auf.

Die Universitäten schlagen Alarm. Aufgrund der zu erwartenden Preissteigerungen vor allem bei Energie, Mieten und Personal hatten die Unis für 2023 und 2024 zusätzliche 1,2 Milliarden Euro gefordert. Im Budget bzw. im Finanzrahmen ist derzeit aber nur ein Plus von 500 Millionen Euro vorgesehen.

Die Rektorin der Technischen Universität (TU) Wien warnte jüngst sogar vor einer drohenden Zahlungsunfähigkeit ihrer Hochschule. Man bereite deshalb bereits eine einmonatige Schließung rund um die Weihnachtsferien vor.

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Die Aufrechterhaltung eines geregelten Lehr- und Forschungsbetriebs ist nach Ansicht von Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) trotz Teuerung an allen Universitäten möglich. Das gelte auch für die TU Wien.

Für ihre zusätzlichen Budgetforderungen hätten die Universitäten "keine argumentative Grundlage" und "keine konkreten Belege" vorgelegt, so der Minister bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Polascheks Nachfolger ruft zur Demo auf

Das stößt bei den Universitäten freilich nicht auf Begeisterung. Auch die steirischen Universitäten warnen von den Budgetlücken. So wird die Uni Graz, an der Polaschek vor dem Wechsel ins Ministerium Rektor war, am kommenden Dienstag eine Informationsveranstaltung dazu veranstalten. Der aktuelle Rektor Peter Riedler ruft in einem Schreiben, das PULS 24 vorliegt, auch zu einer anschließenden Protestkundgebung auf.

Martin Polaschek bei der Amtsübergabe und sein Nachfolger als Rektor der Uni Graz, Peter Riedler im TalarAPA/UNI GRAZ/GASSER

Ein Bild aus harmonischeren Zeiten: Wissenschaftsminister Martin Polaschek (ÖVP) und Peter Riedler bei dessen Inauguration als Rektor der Uni Graz

Polaschek will über zusätzliche Mittel für die Unis erst nach den Lohn- und Gehaltsverhandlungen sprechen. Dann sei auch der konkrete Bedarf besser abschätzbar, sagte er am Freitag.

Stephan HoferQuelle: Agenturen / Redaktion / hos