Lockdown erst bei 6.000 Neuinfizierten? Virologe Nowotny: "Sehr mutig"

09. März 2021 · Lesedauer 1 min

Die von Kanzler Kurz ins Spiel gebrachte Grenze von 6.000 Neuinfektionen pro Tag als Bedingung für einen weiteren Lockdown sieht Virologe Norbert Nowotny sehr kritisch.

Grundsätzlich bewegen sich die Infektionszahlen in Österreich aktuell noch im Rahmen, beruhigt Virologe Norbert Nowotny im Interview mit PULS 24 Anchrowoman Bianca Ambros am Dienstag. Mit zuletzt 2.411 Neuinfektionen sei man zwar auf hohem Niveau, allerdings "die Öffnungsschritte, die gesetzt wurden, sind offenbar verträglich", so Nowotny.

Wesentlich kritischer sieht der Virologe allerdings die von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ins Spiel gebrachte Grenze von 6.000 Neuinfektionen pro Tag als Grundlage für einen weiteren Lockdown. Die Grenze sei "sehr mutig", findet Nowotny. Denn diese sei nur sehr wenig von den bisher höchsten Tageswerten in Österreich rund um 9.500 Neuinfektionen im vergangenen Herbst entfernt. "Zu diesem Zeitpunkt hatten wir ein wirkliches Problem auf den Intensivstationen. Und so etwas darf sich einfach nicht wiederholen", warnt der Mediziner.

Wohnzimmertests als Eintrittstests vorstellbar, aber nur für 12 Stunden

Weitere Öffnungsschritte wie etwa in Vorarlberg geplant müssten sehr vorsichtig und "mit Maß und Ziel" angegangen werden. Was sich Nowotny vorstellen kann, ist, dass sogenannte Wohnzimmertests als Eintrittstests gültig sein könnten - allerdings nur unter der Bedingung, "dass sie nur für 12 Stunden gültig sind".

Quelle: Redaktion / hos