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ÖVP trotz Rekordverlust: "Nächster Kanzler wieder Nehammer"

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Nach der EU-Wahl sei die Stimmung in der Volkspartei eine "durchaus gute", meint Generalsekretär Christian Stocker. Für die ÖVP gebe es Potenzial nach oben - die Wähler:innen hätten jedoch gezeigt, dass die Volkspartei bei der Nationalratswahl das Potenzial hat auf Platz 1 zu landen, so Stocker optimistisch.

Aus der EU-Wahl geht die FPÖ mit 25,5 Prozent als stärkste Partei in Österreich hervor. Die ÖVP, die trotz eines Rekord-Verlusts von minus 9,9 Prozentpunkten mit 0,8 Prozentpunkten Abstand hinter der FPÖ auf Platz zwei landete, konnte 60 Prozent (rund 789.000 Stimmen) ihrer 1,3 Millionen Wähler:innen aus dem Jahr 2019 wieder für sich gewinnen.

Dabei konnte die FPÖ die meisten ihrer neuen Stimmen gerade aus dem ÖVP-Lager holen: Von den 1,3 Millionen türkisen Wähler:innen aus dem Jahr 2019 entschieden sich rund 221.000 dieses Mal für Blau.

"Durchaus gute" Stimmung - Trotz Rekordverlust

Trotzdem sei die Stimmung in der Volkspartei eine "durchaus gute", so ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker bei einer Pressekonferenz am Montag. Die Verluste gegenüber der letzten EU-Wahl versuchte der ÖVP-General zu relativieren.

Laut Stocker habe 2019 der Ibiza-Skandal Einfluss auf die Wahl gehabt - Viele Wähler:innen seien damals von der FPÖ weggegangen und seien nun scheinbar wieder zurückgekommen, schätzt der ÖVP-Generalsekretär ein. Seit damals habe auch die ÖVP schwierige Zeiten gehabt, als Beispiele nennt Stocker den ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss, aber auch "haltlose" Vorwürfe gegen die Partei.

Das Land und die Gesellschaft hätten sich seit der letzten EU-Wahl 2019 verändert, auch die ÖVP müsse jede Stimme für sich gewinnen.

Stocker optimistisch: "Nächster Kanzler wieder Karl Nehammer"

Trotzdem habe die ÖVP gezeigt, dass man kämpfen kann und bei der kommenden Nationalratswahl kämpfen wird. Für die Volkspartei gebe es Potenzial nach oben, die Wähler.innen hätten jedoch gezeigt, dass die Volkspartei das "gute Voraussetzungen" hat, bei der Nationalratswahl auf Platz 1 zu landen.

Man werde mit Nehammer an der Spitze ins Rennen um den ersten Platz gehen - und zwar gegen FPÖ-Chef Herbert Kickl. SPÖ-Chef Andreas Babler erwähnte er zunächst mit keinem Wort - erst auf Nachfrage äußerte Stocker sich zur SPÖ. "Ich sehe nach diesem Wahlergebnis Andreas Babler nicht im Rennen um den Bundeskanzler. Die SPÖ ist weit unter den Erwartungen geblieben, das ist aber nicht unser Problem."

"Die Aufholjagd" sei eröffnet. Man gehe davon aus, dass im Herbst "der nächste Bundeskanzler wieder Karl Nehammer heißt", zeigte sich Stocker optimistisch. 

Video: EU-Wahl bringt Rechtsruck

ribbon Zusammenfassung
  • Aus der EU-Wahl geht die FPÖ mit 25,5 Prozent als stärkste Partei in Österreich hervor.
  • Die ÖVP, die trotz eines Rekord-Verlusts von minus 9,9 Prozentpunkten mit 0,8 Prozentpunkten Abstand hinter der FPÖ auf Platz zwei landete, konnte 60 Prozent ihrer 1,3 Millionen Wähler:innen aus dem Jahr 2019 wieder für sich gewinnen.
  • Trotzdem sei die Stimmung in der Volkspartei eine "durchaus gute", so ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker bei einer Pressekonferenz am Montag.
  • Für die ÖVP gebe es Potenzial nach oben, die Wähler.innen hätten jedoch gezeigt, dass die Volkspartei das Potenzial hat bei der Nationalratswahl auf Platz 1 zu landen.
  • Die Aufholjagd" sei eröffnet. Man gehe davon aus, dass im Herbst "der nächste Bundeskanzler wieder Karl Nehammer heißt", zeigte sich Stocker optimistisch.