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Lichtermeer-Initiatoren für respektvolles Miteinander

24. Jan. 2022 · Lesedauer 4 min

Die Initiatoren des Corona-Lichtermeeres "'YesWeCare" haben am Montag den offiziellen "Startschuss" für ihre schon im Dezember online gestellte Petition (http://go.apa.at/RXpu89VY) gegeben. Auch die Arbeiterkammer und die Gewerkschaft unterstützen den Wunsch nach einem respektvollen Miteinander sowie nach Verbesserungen etwa im Pflege- oder Bildungsbereich. Mit-Initiator Daniel Landau betonte das Gemeinsame: "Nein, das Land ist nicht gespalten", sagte er.

AK-Präsidentin Renate Anderl, GPA-Gewerkschaftsvorsitzende Barbara Teiber sowie GPA-Bundesjugendsekretär Christian Hofmann stellten sich hinter das Anliegen der Lichtermeer-Initiatoren Landau und Roman Scamoni. Auf einer Pressekonferenz betonten sie, dass die Pandemie nur gemeinsam gemeistert werden könne. Landau wies das oftmals gezeichnete Bild einer gespaltenen Gesellschaft zurück: Es würden zwar Risse durchs Land ziehen - ähnliche einer Tischplatte, diese sei aber dennoch eins. Zwar gebe es immer wieder Situation, wo "kleine Teile abbrechen", räumte er ein, aber die Menschen im Land seien dennoch miteinander verbunden.

Kritik übte er an jenen politischen Kräften, "die vorhandene Gräben vorantreiben, auch am Rücken der Gesundheit von tausenden Menschen" - ohne eine Partei beim Namen zu nennen. Er wolle aber klar festhalten, dass diese politischen Kräfte "am Ende des Tages zur Verantwortung gezogen werden müssen". "Diesen Kräften muss man sagen: Nein, ihr seid es, die Risse vorantreiben - aber von einer Spaltung sind wir weit entfernt." Dies sei der Gedanke von #YesWeCare: "Du bist mir nicht wurscht".

Die Vertreter von AK und Gewerkschaft stellten sich klar hinter die Botschaft des Gemeinsamen und wiesen wie Landau auch auf die weiteren Forderungen der Petition hin. "Aus meiner Sicht wird es jeden Tag wichtiger, zu sagen und zu zeigen, dass die große Mehrheit der Bevölkerung für Verantwortung steht, für ein respektvolles Miteinander, für Respekt den Beschäftigten gegenüber", so Teiber. Es sei "bizarr", dass radikale Impfgegner jene Menschen attackieren, die sich um Erkrankte kümmern.

Und es sei auch "Tatsache, dass viele Handelsangestellte angstvoll in die Arbeit gehen, weil sie - wenn sie von Kunden das Maskentragen oder den 2G-Nachweis einfordern - angepöbelt und attackiert werden". Hier bestehe auch die Forderung an die Politik zur Unterstützung, ebenso an die Arbeitgeber. An die Zivilgesellschaft richte sich der Appell, Zivilcourage zu zeigen, einzuschreiten oder die Polizei zu holen. Auch Anderl schilderte, es würde im Handel teils "dramatisch" zugehen - und es sei falsch, an den Angestellten dort den Zorn auszulassen. "Gehen wir respektvoll mit diesen um."

Auch betonte die AK-Präsidentin, dass die Krise vieles sichtbar gemacht habe, "was schon ganz lange im Argen liegt". Die Bereiche Bildung und Pflege seien auch für die AK "ganz, ganz wichtige Handlungsfelder". Man habe nicht erst seit Corona gesehen, dass die Beschäftigten im Bereich der Gesundheit und Pflege immer mehr unter Druck kommen. Die Beschäftigten seien "am Limit", so die Präsidentin. Es brauche in beiden Bereichen mehr Geld, mehr Personal und vor allem bessere Arbeitsbedingungen.

Teiber betonte, das gerade im Pflegebereich viele Mitarbeiter bereits überlegen würden, den Job zu wechseln, einige hätten dies schon getan. "Es müssen jetzt endlich wirklich Taten folgen. Es braucht schlicht und einfach mehr Geld", um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne umsetzen zu können. Auch stellte sie durchaus Kampfmaßnahmen in den Raum: "Es wird, so scheint es, harte Auseinandersetzungen brauchen und die Kollegen im Gesundheitsbereich können diese Auseinandersetzungen führen, das wurde bereits bewiesen." Als Akut-Maßnahme forderte Teiber u.a. mehr Personal auch für administrative Tätigkeiten.

Auch in der #YesWeCare-Petition wird auf das zentrale Anliegen der gegenseitigen Rücksichtnahme hingewiesen: "Wir sind überzeugt: Durch das Einhalten der Maßnahmen, durch Rücksichtnahme, Solidarität und durch die Impfung können unzählige Tote verhindert werden", so der einleitende Text. Als Ziel der Petition nannte Landau den "Traum" nach einer sechsstelligen Zahl, bisher hat man rund 15.000 Unterschriften gesammelt. "Es gibt für mich Bereiche, die müssen gesamtgesellschaftlicher, politik- und parteiübergreifender Konsens werden", sagte er.

Auch sei eine Wiederholung der Lichtermeer-Aktion durchaus denkbar, sagte Landau auf Nachfrage. Als möglichen Zeitpunkt nannte er den März, hier sei aber noch nichts Konkretes geplant.

Quelle: Agenturen