APA/GEORG HOCHMUTH

Trotz NÖ-Debakels: Rendi-Wagner für Leichtfried ungefährdet

Das schwache Wahlergebnis sei "sehr bedauerlich", aber die Niederlage habe sich "im Rahmen" gehalten, sagte der stellvertretende SPÖ-Klubchef.

Der stellvertretende SPÖ-Klubobmann Jörg Leichtfried zeigte sich am Montag bemüht, nach dem historisch schlechten Ergebnis der SPÖ in Niederösterreich Gelassenheit zu zeigen. Das Ergebnis von 20,66 Prozent sei "sehr bedauerlich", aber die Niederlage habe sich "im Rahmen" gehalten. Eine Diskussion, ob Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner die richtige Spitzenkandidatin bei der nächsten Nationalratswahl sei, hielt er auf Nachfrage für nicht angebracht.

Rückendeckung für Rendi-Wagner

Auswirkungen auf die Bundesebene sah Leichtfried keine. Niederösterreich sei für die SPÖ immer ein schwieriges Pflaster gewesen. Es gehe weiterhin darum, "die erste Bundeskanzlerin Österreichs" zu stellen, stärkte er Rendi-Wagner den Rücken. Leichtfried verwies auf aktuelle Umfragen und wollte darin ein "Kopf-an-Kopf-Rennen" zwischen SPÖ und FPÖ erkennen. Er sei sich "in einem Wahlkampf sehr sicher, dass der Sieger die SPÖ sein wird".

Die finale Analyse in der niederösterreichischen Partei werde "noch ein bissl Zeit brauchen", sagte Leichtfried. Ein Problem sei darin gelegen, dass die ÖVP einen "Massenwahlkampf" mit großem Budgeteinsatz geführt habe und die FPÖ mit "billigem Populismus" gepunktet habe.

Landesparteien wollen vorerst Ruhe

Die Landesparteien hielten sich am Montag vorerst mit Kritik an der Bundesparteispitze zurück. In Salzburg und Kärnten stehen ja Landtagswahlen an. "Eine bundespolitische Diskussion vor Landtagswahlen in Kärnten akzeptiere ich nicht", sagte etwa Kärntens Landeshauptmann und SPÖ-Chef Peter Kaiser. Über "weitere Dinge" könne man nach den Wahlen in Kärnten und Salzburg diskutieren, sagte er. Man wolle jetzt keine Personaldebatte, lautete bei einem APA-Rundruf auch der Tenor bei den anderen SPÖ-Landesparteien.

Dass man mit Rendi-Wagner und deren Performance als Chefin der größten Oppositionspartei im Parlament aber nicht glücklich ist, machte Salzburgs SPÖ-Chef David Egger in der Tageszeitung "Heute" deutlich. "Wenn die SPÖ im Bund in vier Monaten von 30 auf 24 Prozent fällt, ohne Skandal, ohne dass wir etwas angestellt haben - Stichwort Ibiza - dann machen wir etwas falsch", sagte Egger zu der Zeitung.

"Ein totales Desaster"

Die "Profil"-Innenpolitik-Ressortleiterin Eva Linsinger analysiert das schwache Wahlergebnis der SPÖ in Niederösterreich.

ribbon Zusammenfassung
  • Der stellvertretende SPÖ-Klubobmann Jörg Leichtfried sieht in der Niederösterreich-Wahl in erster Linie eine Niederlage der ÖVP und auch der Bundesregierung.
  • Eine Diskussion, ob Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner die richtige Spitzenkandidatin bei der nächsten Nationalratswahl sei, hält er für nicht angebracht.