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Lehrer-Kritik an geplantem "Mittleren Management" an Schulen

Heute, 13:04 · Lesedauer 2 min

Die Lehrergewerkschaft hat am Sonntag das geplante "Mittlere Management" kritisiert, über das ab Herbst auch die Schulleitungen von Pflichtschulen Unterstützung bei pädagogisch-organisatorischen Aufgaben bekommen sollen. Der oberste Pflichtschullehrervertreter Paul Kimberger (FCG) nannte die Pläne gegenüber Ö1 "unausgegoren" und sah zu wenig Unterstützung für kleinere Schulen.

"Nicht nur größere Schulen brauchen Entlastung, alle Schulen brauchen Entlastung", betonte der Gewerkschafter im ORF-Radio. Außerdem fehlt aus seiner Sicht ein klares Aufgabenprofil für jene Lehrkräfte, die zur Unterstützung der Direktion eine Stundenfreistellung bekommen. Das "Mittlere Management" soll die Schulleitung etwa bei Elternarbeit, der Organisation von Schulveranstaltungen oder der Verbesserung der Schulqualität unterstützen und entlasten. Das neue Modell soll schrittweise die erst mit diesem Schuljahr eingeführten "pädagogisch-administrativen Fachkräfte" ersetzen.

Laut Bildungsministerium soll das "Mittlere Management" auch an kleinen Schulen angeboten werden, im Ministerrat hatte Ressortchef Christoph Wiederkehr (NEOS) von einer bis sechs Wochenstunden für kleine und mittelgroße Schulen bis 13 Klassen gesprochen, für große Schulen seien es bis zu 15. In den Unterlagen zum Gesetzesentwurf selbst, um den laut dem Minister in der Koalition lange gerungen wurde und der bis 9. März in Ausschussbegutachtung ist, findet man keine Zahlen. Das Ausmaß an Ressourcen richtet sich nach der Klassenzahl und werde in einer Verordnung näher geregelt, heißt es dort.

Wegen der Budgetsituation soll das "Mittlere Management" laut den Erläuterungen allerdings über zwei Jahre ausgerollt werden. An Schulen mit mindestens 15 Klassen wird mit Herbst gestartet. An kleineren Schulen gibt es vorerst weiter die neuen "pädagogisch-administrativen Fachkräfte", ab Herbst 2027 soll auch dort auf das "Mittlere Management" umgestellt werden. Die ersten Erfahrungen mit der Umsetzung der pädagogischen Fachkraft haben dabei laut dem Vorblatt zum Gesetz gezeigt, dass "kleinere Schulen zusätzliche Unterstützung brauchen". Die Staffeln sollen deshalb angehoben werden.

Zusammenfassung
  • Die Lehrergewerkschaft kritisiert das geplante 'Mittlere Management' an Schulen als 'unausgegoren' und sieht fehlende Unterstützung für kleinere Schulen.
  • Kleine und mittlere Schulen sollen laut Bildungsministerium bis zu sechs Wochenstunden, große Schulen bis zu 15 Wochenstunden für Managementaufgaben erhalten.
  • Das Modell startet ab Herbst an Schulen mit mindestens 15 Klassen und wird ab Herbst 2027 auf kleinere Schulen ausgeweitet.