APA - Austria Presse Agentur

Kurz weist Kogler-Vorwürfe zurück: Bin "eng mit West-Balkan verbunden"

04. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Vizekanzler Kogler hat seinem Regierungspartner Bundeskanzler Kurz mangelnde Sensibilität bei der Kommunikation der Corona-Reisebeschränkungen vorgeworfen. Für Kurz sei der Vorwurf "absurd".

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat den Vorwurf "mangelnder Sensibilität" beim Kommunizieren der Reisebeschränkungen von Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) als "absurd" zurückgewiesen.

"Jeder, der mich kennt weiß, wie eng ich mit dem West-Balkan verbunden bin", sagte der Bundeskanzler im Interview mit "VN.at" und "VOL.at".

Vorwurf "absurd"

Der Vorwurf sei "absurd", zumal er seit seiner Zeit als Außenminister für den EU-Beitritt der Westbalkanstaaten kämpfe, argumentierte Kurz. Zudem sei der Westbalkan die Region, "die ich am häufigsten besucht habe", betonte er: "Ich habe viele Freunde mit Wurzeln dort, ich hab ein freundschaftliches Verhältnis zu den Regierungschefs dort." Überhaupt sei er über die "enge Verwobenheit" mit dieser Region froh.

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Kurz verteidigt Reisebeschränkungen

Aber so wie man im Winter in Ischgl gesehen habe, dass Après-Ski problematisch sei, so habe man auch im Sommer gesehen, dass ein Drittel des Infektionsgeschehens auf Reiserückkehrer zurückzuführen sei, ein "Großteil davon auf den Westbalkan und Kroatien", erklärte Kurz. Daraus habe man seine Lehren gezogen und die Reisebeschränkungen für die Weihnachtszeit erlassen. Es dürften nicht die Bemühungen im Inland durch Reiserückkehrer zunichtegemacht werden.

Dabei gehe es aber "genauso" auch um Auslandsösterreicher, die nach Österreich zurückkehren, oder Menschen, die gern auf Urlaub fahren, sagte der Kanzler: "Das müssen wir in diesem Jahr einschränken."

Nicht nur Kogler mit Kritik

"Wie gestern die Reisebeschränkungen zum Teil kommuniziert wurden, war auch für mich einseitig und von mangelnder Sensibilität", hatte Kogler am Donnerstag auf Anfrage der "APA" erklärt. Er forderte "mehr Respekt und Feingefühl" von Kurz ein. 

Auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig übte im PULS 24-Interview Kritik an der Regierung. Ludwig sagt, dass ihm die Aussage "unverständlich" sei, weil "viele dieser Menschen bei uns in der kritischen Infrastruktur tätig sind". Daher empfinde er "den Bezug auf die Herkunftsländer als unrichtig".

Quelle: Agenturen / apb