APA - Austria Presse Agentur

Kroatische Staatsspitze gedachte serbischer Zivilopfer

25. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

In Kroatien wurde am Dienstag der serbischen Zivilopfer gedacht, die im Zuge der Militäroperation "Oluja" (Sturm) getötet wurden, bei der 1995 der Großteil des von Serben besetzten kroatischen Territoriums zurückerobert wurde. An der Gedenkfeier im Dorf Grubori nahm 25 Jahre nach dem Kriegsende erstmals die Staatsspitze teil, was als weiterer Schritt zur Vergangenheitsbewältigung gedeutet wurde.

In Kroatien wurde am Dienstag der serbischen Zivilopfer gedacht, die im Zuge der Militäroperation "Oluja" (Sturm) getötet wurden, bei der 1995 der Großteil des von Serben besetzten kroatischen Territoriums zurückerobert wurde. An der Gedenkfeier im Dorf Grubori nahm 25 Jahre nach dem Kriegsende erstmals die Staatsspitze teil, was als weiterer Schritt zur Vergangenheitsbewältigung gedeutet wurde.

Staatspräsident Zoran Milanovic und zwei Vize-Regierungschefs - Veteranenminister Tomo Medved sowie der Minister für Gesellschaftsfragen und Minderheiten Boris Milosevic, selbst ein Serbe - nahmen Seite an Seite mit Vertretern der serbischen Gemeinde und Opferangehörigen an der Zeremonie in dem verlassenen Dorf nahe Knin teil. Hier im dalmatinischen Hinterland kam es vor einem Vierteljahrhundert zu Kriegsverbrechen an der serbischen Bevölkerung. Aus Serbien wohnte Veran Matic als Gesandte des serbischen Präsident der Zeremonie teil.

Die Zeremonie stand im Zeichen von Versöhnung zwischen der Mehrheitsbevölkerung und serbischen Minderheit. Insbesondere die Anwesenheit von Veteranenminister Medved, einem pensionierten General und Teilnehmer des Kroatien-Krieges, wurde von Analysten als eine wichtige Geste der Regierung von Premier Andrej Plenkovic in ihren Versöhnungsbemühungen bezeichnet. Medved drückte im Namen der Regierung den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Kroatien trauert um alle zivile Opfer", sagte der Vize-Premier in seiner Rede.

Die Gedenkfeier für serbische Zivilopfer begann im Dorf Plavno und setzte sich in dem nahegelegenen Weiler Grubori fort. Insgesamt wurden auf diesem Gebiet vom Anfang August bis Anfang September 1995 mindestens 24 Einwohner, meistens ältere Menschen, getötet, wie der Parlamentsabgeordnete und Serbenvertreter Milorad Pupovac bei der Zeremonie sagte. In Plavno und Umgebung lebten vor dem Kroatien-Krieg im Jahr 1991 rund 1.720 Einwohner serbischer Nationalität, laut dem Zensus aus 2011 gab es in dem Dorf nur noch 253 Bewohner. Grubori ist hingegen unbewohnt.

Quelle: Agenturen