APA/APA/AFP/JONATHAN NACKSTRAND

Konservative stärkste Kraft bei Wahl auf den Färöern

Heute, 11:47 · Lesedauer 2 min

Aus den Parlamentswahlen auf den Färöern ist die konservative Partei Fólkaflokkurin als stärkste Kraft hervorgegangen. Wie färöische und dänische Medien übereinstimmend berichten, bekamen die Konservativen 26,7 Prozent aller Stimmen und sicherten sich 9 der 33 Mandate im Parlament der nordatlantischen Inselgruppe. Das war demnach ein Zuwachs von 7,8 Prozentpunkten im Vergleich zur Parlamentswahl 2022.

Die Sozialdemokraten des amtierenden Regierungschefs Aksel V. Johannesen verloren 7,8 Prozentpunkte und landeten mit 18,8 Prozent auf dem dritten Platz. Zweitstärkste Kraft wurde mit 21,5 Prozent die liberale Unionspartei Sambandsflokkurin. Die Wahlbeteiligung lag bei 89,5 Prozent.

An der Spitze der konservativen Wahlgewinner steht der 29 Jahre alte Beinir Johannesen. Er ist der Neffe des sozialdemokratischen Regierungschefs. Der Konservative könnte sich eine Koalition unter anderem mit der liberalen Sambandsflokkurin vorstellen, sagte er der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge, wollte sich aber noch nicht festlegen. Für die notwendige Mehrheit im Parlament fehlt den beiden Parteien zusammen ein Mandat, sie brauchen also mindestens einen weiteren Koalitionspartner.

Sollte es Beinir Johannesen gelingen, eine Regierung zu bilden, wäre er der jüngste Regierungschef in der Geschichte der Färöer. Zu seinen wichtigsten Themen im Wahlkampf zählten unter anderem der Bau von Wohnungen für junge Menschen sowie die Unabhängigkeit von Dänemark. Die Färöer mit ihren rund 54.000 Einwohnern sind – genau wie Grönland – weitgehend autonom, gehören aber offiziell zum Königreich Dänemark.

Auch in Dänemark fanden in dieser Woche Parlamentswahlen statt und auch dort wurden die Sozialdemokraten der bisherigen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen abgestraft. Jeweils zwei Sitze im dänischen Parlament sind für Abgeordnete von den Färöern und aus Grönland reserviert.

Zusammenfassung
  • Die konservative Partei Fólkaflokkurin gewann die Parlamentswahl auf den Färöern mit 26,7 Prozent der Stimmen und erhielt 9 von 33 Mandaten, ein Zuwachs von 7,8 Prozentpunkten gegenüber 2022.
  • Die Sozialdemokraten des bisherigen Regierungschefs Aksel V. Johannesen verloren 7,8 Prozentpunkte und kamen mit 18,8 Prozent nur auf Platz drei, während die liberale Sambandsflokkurin mit 21,5 Prozent zweitstärkste Kraft wurde.
  • Der 29-jährige Beinir Johannesen, der die Konservativen anführt, könnte mit einer möglichen Koalition Regierungschef werden, benötigt dafür aber mindestens einen weiteren Partner, da Konservative und Liberale zusammen ein Mandat zur Mehrheit fehlt.