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Kolumbien: Neuer Präsident - neuer Friedensprozess

08. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Der neue kolumbianische Präsident Gustavo Petro will den Friedensprozess in dem einstigen Bürgerkriegsland wieder anschieben.

Ziel sei es, das Friedensabkommen mit der linken Guerillaorganisation FARC konsequent umzusetzen, die abgebrochenen Verhandlungen mit der kleineren Rebellengruppe ELN wieder aufzunehmen und mit dem aus den rechten Paramilitärs hervorgegangenen Verbrechersyndikat Golf-Clan in den Dialog zu treten, sagte der Linkspolitiker am Montag.

Halbherzige Umsetzung 

Die konservative Vorgängerregierung hatte den Vertrag mit den FARC nur halbherzig umgesetzt und nach einem Bombenanschlag die Gespräche mit der ELN abgebrochen. Chile bot sich für den Friedensprozess als Vermittler und Garantiemacht an. Das südamerikanische Land war bereits vor dem Friedensschluss mit den FARC eine der Garantiemächte und sei bereit, diese Aufgabe wieder zu übernehmen, sagte Chiles Präsident Gabriel Boric bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Bogotá. Zuletzt hatte er sein Land bereits als Verhandlungsort für neue Gespräche mit der ELN angeboten.

Mehr als ein halbes Jahrhundert Krieg 

Kolumbien litt 52 Jahre lang unter einem Bürgerkrieg zwischen linken Rebellen, rechten Paramilitärs und dem Militär. 220.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Nach dem Friedensabkommen 2016 zwischen Regierung und FARC verbesserte sich die Sicherheitslage zwar zunächst. Allerdings sind mittlerweile viele Kämpfer wieder in den Untergrund gegangen und haben sich kriminellen Banden angeschlossen. Immer wieder werden Gewerkschafter, soziale Aktivisten und Umweltschützer gezielt getötet.

Quelle: Agenturen / Redaktion / foj